Das App-Symbol von Twitter auf einem Smartphone-Bildschirm.

Twitter entwickelt seine Plattform mit von alleine verschwindenden Tweets weiter. Die neuen „Fleets“ löschen sich automatisch nach 24 Stunden, sie können nicht retweetet oder mit Likes versehen werden. Eine Antwort darauf kann man nur als Direktnachricht verfassen, aber nicht in der öffentlichen Timeline, wie Produktchef Kayvon Keykpour zur weltweiten Start am Dienstag erläuterte.

Die Idee dahinter sei, noch zurückhaltenden Nutzern die Angst vorm Twittern zu nehmen. Bei Tests in Brasilien, Italien, Indien und Südkorea habe man gesehen, dass Leute, die neu bei Twitter seien oder selten twitterten, das Format gut aufgenommen hätten, betonte Beykpour.

Das Format lehnt stark an die „Stories“-Funktion von Snapchat an, die inzwischen auch bereits quer durch die Facebook-Apps wie unter anderem WhatsApp und Instagram kopiert wurde. Die Wortschöpfung „Fleets“ steht für „fleeting tweets“ („flüchtige Tweets“).

Experimente mit Dislike-Funktion

Twitter „untersuche“ derzeit auch das Hinzufügen eines Dislike-Buttons oder eine Art von „Downvoting-System“, kündigte Kayvon Beykpour, der leitende Produktmanager des Unternehmens, am Dienstag an. Eine ähnliche Funktion gibt es bereits beim Social-News-Aggregator Reddit.

Jackie Singh, ein Cybersicherheitsexperte von Joe Bidens Wahlkampfteam, kritisierte auf Twitter, dass es auf der Plattform keinen „Dislike-Buttons“ oder Downvote-Möglichkeit gibt. Beykpour entgegnete, dass die Plattform aktuell andere „Entwicklungsprioritäten“ besitze, eine solche „Dislike-Funktion“ jedoch „untersucht“ würden.

Twitter experimentiert über seine klassischen Formate wie die inzwischen 280 langen Textbeiträge hinaus, unter anderem auch mit gesprochenen Tweets und Sprach-Direktnachrichten. Twitters Experimente und neue Funktionen werden von Experten als Teil eines größeren Plans bewertet, die Plattform einer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen.

TRT Deutsch und Agenturen