Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Videokonferenz. 

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Armenien im Konflikt mit Aserbaidschan vor einem Bruch des Abkommens über die Waffenruhe in der Südkaukasusregion Berg-Karabach gewarnt. „Das wäre Selbstmord“, sagte Putin am Dienstag im Staatsfernsehen Rossija-24. Er reagierte damit auf Proteste in Armenien und Rücktrittsforderungen an Regierungschef Nikol Paschinjan. Die dortige Opposition hat angekündigt, die Vereinbarung zwischen Russland, Armenien und Aserbaidschan zu kippen. Paschinjan lehnt einen Rücktritt ab.

Nach dem armenischen Außenminister trat nun aber auch der Minister für Zivilschutz zurück. Putin verteidigte das Abkommen, das den Einsatz von rund 2000 russischen Friedenssoldaten in Berg-Karabach vorsieht. Es sei gelungen, die Kampfhandlungen zu beenden.

Über die Rolle Ankaras im Konflikt kommentierte das russische Staatsoberhaupt: „Das Vorgehen der Türkei in der Karabach-Frage mag in irgendeiner Weise relativiert werden, aber man kann ihr [der Türkei] nicht vorwerfen, gegen internationales Recht zu verstoßen.“ Er wies darauf hin, dass die Türkei von Anfang an Mitglied der Minsker Gruppe zur Lösung der Berg-Karabach-Frage gewesen sei, aber nie den Status eines Ko-Vorsitzes erhalten habe.

Seit dem Ausbruch der Kämpfe in der Region Berg-Karabach am 27. September konnte das aserbaidschanische Militär mehrere Städte und fast 300 Siedlungen sowie Dörfer von der armenischen Besetzung befreien.

Die von Armenien besetzte Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlagerte Armenien Truppen dorthin. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht. Aserbaidschan hingegen betrachtet die Türkei als engen Verbündeten.


TRT Deutsch und Agenturen