Bundesaußenminister Heiko Maas hat der Türkei eine Prüfung der wegen der Corona-Krise weiter bestehenden Reisewarnung der Europäischen Union für das Land zugesichert.

Gleichwohl betonte Maas bei einem Besuch des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu am Donnerstag in Berlin, dass Deutschland im Einklang mit der EU entscheiden werde. Dazu werde es nun regelmäßige Beratungen im Zwei-Wochen-Takt geben. Die EU hatte diese Woche die Reisewarnungen für mehrere Länder außerhalb der Union aufgehoben, die Türkei war allerdings nicht darunter.

Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu forderte von Deutschland, die Reisewarnung zu überarbeiten. Er sagte, die Türkei erfülle die Kriterien für die Aufhebung der Reisewarnung und habe entsprechende Daten übermittelt. Sein Land sei transparenter als viele Staaten, die nun wieder aus der EU bereist werden könnten. Im übrigen sei die Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei auch wichtig für die deutsche Tourismusbranche.

Maas hingegen betonte, die EU sei mit der ersten Aufhebung von Reisewarnungen einen Schritt in Richtung Öffnung gegangen, „diesem Schritt sollen weitere Folgen“. Reisen zum Besuch von Familienangehörigen in der Türkei fielen nicht unter die Warnung. Es gehe aber darum, einen sicheren Tourismus in Zeiten der Pandemie zu gewährleisten. Maßgeblich für die Entscheidung der Bundesregierung sei entsprechend auch die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts.

Als nächstes ist ein Treffen zwischen Außenminister Çavuşoğlu und Bundesinnenminister Horst Seehofer geplant.

Agenturen