Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat der AfD-Spitze „destruktive Stimmungsmache“ in der Corona-Krise vorgeworfen. „Die AfD, die sich jetzt als Corona-Leugner versucht, ist dieselbe AfD, die noch vor kurzem immer härtere Maßnahmen gegen das Virus gefordert hat“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“ am Freitag.
„Das Ziel der AfD-Führung ist selbst in einer solchen nationalen Krise nicht Sacharbeit, sondern einzig und allein destruktive Stimmungsmache“, kritisierte der Minister.

Spahn äußerte sich wiederum positiv zu den Gesprächen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) mit Demonstranten bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag in Dresden. „Ich finde es richtig, dass Michael Kretschmer den Dialog anbietet.“
Es sei richtig, sich dieser Debatte zu stellen. Zu Beginn der Pandemie habe man in Deutschland „ein neues Wir-Gefühl“ erlebt.
Nach Jahren der gesellschaftlichen Polarisierung, zuerst in der Flüchtlings-, dann in der Klimafrage, habe sich gezeigt, dass man eine Gemeinschaft sei und aufeinander aufpasse. „Deswegen sollten wir notwendige Debatten so austragen, dass sie zusammenführen und nicht wieder spalten“, sagte Spahn.

DPA