Marco Wanderwitz, der Ostbeauftragte der Bundesregierung. (dpa)
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Eine mutmaßliche Pyrotechnik-Attacke auf das Wahlkreisbüro des sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz hat eine Welle der Solidarität mit dem ehemaligen Ostbeauftragten der Bundesregierung ausgelöst. Sein Amtsnachfolger Carsten Schneider (SPD) schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, der Anschlag sei „ein weiterer Beleg für die Radikalisierung und Enthemmung von Teilen der Bevölkerung“.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner twitterte: „Volle Solidarität mit dem Kollegen Marco Wanderwitz. Gewalt hat in der demokratischen Auseinandersetzung keinen Platz.“ Nach den Worten einer Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz sucht die Polizei nach möglichen Zeugen des Vorfalls. Dieser war am Neujahrstag gegen Mittag bekanntgeworden. Demnach wurden vermutlich mit Pyrotechnik der Rahmen und eine Fensterscheibe des Wahlkreisbüros in Zwönitz im sächsischen Erzgebirgskreis beschädigt.

Der Sachschaden beträgt laut Polizei rund 2.500 Euro. In das Büro drangen die mutmaßlichen Täter nicht ein, auch Personen kamen nicht zu Schaden. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schrieb auf Twitter: „Es gibt keine Rechtfertigung dafür. Dieser Anschlag ist keine Form von Protest, sondern einfach nur kriminell.“ Auch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) versicherte Wanderwitz „volle Solidarität“.

Sachsens Umweltminister für „entschlossene Polizeiarbeit“

Der sächsische Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) nannte den Anschlag in dem Kurznachrichtendienst „eine weitere absolut inakzeptable Tat einer radikalisierten und gewaltbereiten Minderheit in Sachsen“. Die Antwort müssten entschlossene Polizeiarbeit und der engagierte Einsatz aller Demokraten sein.

Der Linkspartei-Fraktionsvorsitzende im Bundestag,Dietmar Bartsch, betonte: „Das ist und bleibt irre und gehört konsequent verfolgt.“ Wanderwitz selbst warnte in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Montag) vor einer Eskalation der Gewalt im Zusammenhang mit den Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Sachsen. „Die Demokratie ist in großer Gefahr“, sagte der CDU-Politiker.

Die rechtsextremen „Freien Sachsen“, aber auch NPD und AfD, vergifteten seit Monaten die Gesellschaft im Freistaat. Dies geschehe „mittlerweile hemmungslos, weil man sich breit unterstützt wägt“. Gewalt und Drohungen seien an der Tagesordnung. Zwar stünden „Gott sei Dank viele Menschen auch dagegen“, sagte Wanderwitz weiter. Er fügte aber hinzu: „Leider ist jedoch auch viel Schweigen.“

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epd