Archivbild: Fahrettin Altun, Kommunikationsdirektor der Türkei

Der türkische Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun hat am Montag einen Bericht der niederländischen Sicherheitsbehörde „Nationaler Koordinator für Sicherheit und Terrorismusbekämpfung“ (NCTV) mit scharfen Worten kritisiert. Niederländischen Medien zufolge war das Dokument durchgesickert. In dem NCTV-Bericht wird der Türkei eine vermeintliche Nähe zu mehreren Terrororganisationen unterstellt, konkrete Beweise bleiben in dem Papier jedoch aus.

So versucht das NCTV-Dokument laut niederländischen Medien, die türkische Reaktion auf die Anschläge in Christchurch auf skurrile Weise mit dem Utrecht-Attentat 2019 in Verbindung zu bringen: Die Äußerungen des türkischen Präsidenten Erdoğan zu den islamophoben Terrorakten in Neuseeland hätten angeblich dazu geführt, dass der Attentäter von Utrecht sich zu der Straftat motiviert gefühlt habe.


Der Bericht sei „nicht wahrheitsgemäß, sondern voreingenommen und ignorant“, schrieb Altun auf Twitter. Der Kommunikationsdirektor betonte die große Rolle der Türkei und der türkischen Gemeinde in Europa im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus.

Auch niederländische Medien unterstrichen die Schwachpunkte des Dokuments. Demnach soll es sogar innerhalb der Sicherheitsbehörde Kritik an der Unterstellung einer Drahtzieher-Rolle der Türkei beim Anschlag von Utrecht gegeben haben. Die Behauptung könne nicht bewiesen werden und zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Türkei und den Niederlanden führen.

Über diese Bedenken berichtete das Magazin „HP/De Tijd“, dem das Dokument des NCTV nach eigenen Angaben vorliegt. Der NCTV-Bericht könne im Widerspruch zum Interesse des niederländischen Außenministers Stef Blok stehen, der ein „freundschaftliches Verhältnis zur Türkei und Präsident Erdoğan“ pflegen wolle.

TRT Deutsch