Der türkische Parlamentspräsident Mustafa Şentop (AA)

Ankara lehnt weiterhin eine bedingungslose Aufnahme weiterer Migranten ab und ruft die EU dazu auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. „Solange die EU ihre Versprechen nicht einhält und keine notwendigen humanitären Initiativen ergreift, lässt sich die Migrationswelle nicht verhindern“, sagte der türkische Parlamentspräsident Mustafa Şentop am Sonntag gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE. „Die Türkei kann nicht noch mehr Migranten aufnehmen. Jeder muss seinen Teil der Verantwortung übernehmen.“

Die EU müsse zudem verstehen, dass das Flüchtlingsproblem „nicht allein mit finanzieller Hilfe gelöst werden kann“ und dass auch die EU-Mitgliedsländer eine angemessene Anzahl an Migranten im Rahmen eines Integrationsprogramms aufnehmen müssten. Die EU komme jedoch „nicht einmal ihren finanziellen Verpflichtungen nach“, kritisierte der Parlamentspräsident. Beziehungen zwischen der Türkei und Spanien Vor seinem dreitägigen Spanien-Besuch betonte Şentop zudem seinen Wunsch auf eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen zwischen Madrid und Ankara. Die beiden Länder hätten „viele Gemeinsamkeiten“ und führten traditionell gute Beziehungen. So erinnerte der türkische Politiker an den ersten spanisch-osmanischen Freundschaftsvertrag von1873 und die Gründung der Allianz der Zivilisationen im Jahr 2005. Ein erster Schritt für eine engere Zusammenarbeit sei das Ziel, ein höheres Handelsvolumen zu erreichen. Zudem schlug Şentop vor, dass beide Länder in Zukunft die Kooperation in der Rüstungsindustrie verstärken sollten. Der türkische Parlamentspräsident fügte hinzu, dass Ankara bei seinen Bemühungen um einen EU-Beitritt auf Madrid zähle. Er versicherte, dass „die spanische Unterstützung angesichts der Länder, die Vorurteile gegenüber der Türkei haben“, sehr wichtig sei.

TRT Deutsch