Archivbild: Eine russische Su-34 beim Abwurf einer KAB-500S-Präzisionsbombe am 9. Oktober 2015 während des Einsatzes in Syrien (Wikipedia / Mil.ru / CC-BY 4.0)

Bei Luftangriffen Russlands im Norden Syriens sind nach Angaben von Aktivisten am Sonntag mindestens elf syrische Kämpfer getötet worden. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Getöteten hätten der pro-türkischen „Division Hamsa“ angehört. 13 weitere Menschen seien bei den Angriffen in der Region Afrin verletzt worden. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Abdel Rahman, bezeichnete Luftangriffe Russlands in dieser Region als „selten“. Seit Samstag habe es zehn solcher Angriffe gegeben. Die Zahl der Opfer könne sich noch erhöhen, weil unter den Trümmern nach Verschütteten gesucht werde, fügte er hinzu. „Die Botschaft Russlands ist klar“, sagte ein Vertreter der „Nationalen Armee“, in der Rebellen mit pro-türkischer Ausrichtung zusammengeschlossen sind. Russland wolle mit den Luftangriffen Druck auf die Türkei ausüben und zeigen, dass es bei der Verfolgung seiner militärischen Ziele „keine Grenzen und keine roten Linien“ kenne. Russland für Machthaber Assad – Türkei für Widerstand Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Die Türkei unterstützt hingegen syrische Widerständler, die Assads Regierung bekämpfen. Außerdem führte die Türkei wiederholt Militäreinsätze jenseits der Grenze gegen die Terrororganisation PKK/YPG und die Terrormiliz Daesh durch. Zudem befinden sich mit den Turkmenen eine türkische Minderheit im Land, die während des syrischen Bürgerkrieges die Türkei um Schutz und Hilfe baten. Im März des vergangenen Jahres hatten sich die Konfliktparteien unter der Vermittlung Moskaus und Ankaras auf eine Waffenruhe geeinigt, die zunächst weitgehend hielt. Der Bürgerkrieg in Syrien begann 2011 mit friedlichen Protesten gegen Assad. Seither wurden etwa 500.000 Menschen getötet und mehr als 6,6 Millionen zur Flucht ins Ausland getrieben. Die meisten von ihnen haben Schutz in der Türkei gefunden. Die Beobachtungsstelle beruft sich auf ein Netz von Aktivisten vor Ort. Von unabhängiger Seite können ihre Angaben oft kaum überprüft werden.

TRT Deutsch und Agenturen