Fünf türkische Soldaten sind bei einem Angriff auf einen Beobachtungsposten durch Streitkräfte des syrischen Regimes in Idlib ums Leben gekommen. Weitere fünf Soldaten wurden verletzt, wie der türkische Verteidigungsministerium am Montag erklärte.

Das türkische Verteidigungsministerium erklärte in einer Stellungnahme:

„Fünf unserer heldenhaften Soldaten sind infolge eines intensiven Artilleriebeschusses vonseiten des (syrischen) Regimes am 10. Februar 2020 zu Märtyrern geworden, fünf unserer Soldaten wurden verletzt.“

Nach Angaben des Kommunikationsdirektors der Türkei, Fahrettin Altun, reagierten die türkischen Streitkräfte nach dem Angriff auf die türkischen Soldaten unverzüglich mit Vergeltungsmaßnahmen. Altun erklärte auf Twitter:

„Die Türkei übte einen Vergeltungsschlag gegen den Angriff aus, um alle feindlichen Ziele zu zerstören und unsere gefallenen Truppen zu rächen.“

„Der Kriegsverbrecher, der den heutigen abscheulichen Angriff befohlen hat, hatte die gesamte internationale Gemeinschaft im Visier, nicht nur die Türkei“, warnte Fahrettin Altun mit Blick auf den syrischen Diktator Baschar al-Assad.

Zweiter Regime-Übergriff innerhalb von zwei Wochen

Der Vorfall dürfte die Spannungen zwischen der Türkei und dem syrischen Regime weiter verschärfen, das von Russland militärisch unterstützt wird.

Bei einem Angriff des Assad-Regimes in Idlib in der vergangenen Woche waren bereits sieben türkische Soldaten und ein ziviler Auftragnehmer ums Leben gekommen. Über ein Dutzend Menschen waren verletzt worden.

Als Vergeltungsmaßnahme nahm die Türkei über 50 Ziele von Assad-Loyalisten ins Visier und tötete dabei nach türkischen Regierungsangaben 76 Soldaten des Regimes. Die Türkei hat seitdem ihre militärischen Beobachtungsposten in Idlib verstärkt und gepanzerte Fahrzeuge, Munition sowie schwere Waffen dorthin geliefert.

Waffenruhe wird immer wieder gebrochen

Idlib ist seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011 eine Hochburg der Opposition. Im September 2018 hatten die Türkei und Russland vereinbart, Idlib in eine Deeskalationszone zu verwandeln, in der Aggressionen ausdrücklich verboten sind.

Die Waffenruhe wurde jedoch immer wieder gebrochen. Mehr als 1800 Zivilisten wurden seither bei Angriffen des Regimes und der russischen Streitkräfte getötet.

Die Vereinten Nationen haben derweil ihre Rufe nach einem neuen Anlauf für eine Waffenruhe bekräftigt. Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates am Donnerstag zeichneten der UN-Vermittler für Syrien, Geir Pedersen, und UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock ein düsteres Bild. In den vergangenen zwei Monaten seien knapp 600 Tausend Menschen in der Region auf der Flucht gewesen, die meisten davon seien Kinder. Die Gebiete außerhalb der Kontrolle des Regimes seien zunehmend überfüllt.

TRT Deutsch und Agenturen