Screenshot von Donald Trumps Webseite (TRT Deutsch)

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag einen Bereich auf seiner Website gestartet, in dem er Nachrichten im Social-Media-Stil veröffentlicht. Seine Leser können per Mausklick die Inhalte auf Twitter und Facebook teilen. Damit will Trump seine Sperren auf diesen beiden Plattformen umgehen und Anhängern die Möglichkeit geben, seine Ansichten zu verbreiten.

Der Schritt kommt einen Tag vor der Entscheidung des Kontrollgremiums von Facebook, ob die unbefristete Sperre von Trump auf der Plattform aufrechterhalten wird. Trump wurde von einer Reihe von Social-Media-Plattformen nach dem Sturm einiger seiner Anhänger auf das US-Kapitol im Januar gesperrt. Deren Betreiber haben dem scheidenden Präsidenten vorgeworfen, durch unzutreffende Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl die Militanz von Demonstranten angestachelt zu haben.

Trumps leitender Berater, Jason Miller, sagte in einem Tweet, dass es sich bei der neuen Sammlung von Beiträgen nicht um jene eigene Social-Media-Plattform handele, die Trump zu starten plant. „Wir werden in naher Zukunft zusätzliche Informationen haben“, schrieb er.

Die nunmehrige Seite trägt den Titel „From the Desk of Donald J. Trump“ und enthält Beiträge des 45. Präsidenten, die geteilt und gelikt werden können. Die Beiträge auf der Website unterscheiden sich in Form und Inhalt wenig von seinen berühmten Tweets. So wiederholt er Behauptung wie jene, dass er die Präsidentschaftswahl wegen Wahlbetrugs verloren hätte. Außerdem greift er seine republikanischen Parteikollegen Mitt Romney und Liz Cheney mit scharfen Worten an.

Twitter und Facebook haben mittlerweile damit begonnen, Inhalte von Accounts zu entfernen, die entweder für Trump ein Profil erstellt oder Inhalte von der neuen Webseite übertrugen hatten.

Ein Twitter-Sprecher sagte am Mittwoch, es sei grundsätzlich erlaubt, Inhalte von einer Website zu teilen, solange diese nicht gegen die Richtlinien der Plattform verstießen. Zugleich verwies er aber auch auf Twitters Regeln gegen das Aushebeln einer Sperrung. So sei es verboten, einen gesperrten Account zu imitieren oder ein Profil für eine gesperrte Person zu betreiben. Twitter werde bei solchen Verstößen handeln. Twitter würde zudem nach solchen Fällen Ausschau halten.

Der Vorstand der Plattform betonte bereits, dass es für Trump keinen direkten Weg zurück auf die Plattform geben werde – selbst wenn Trump erneut für das Präsidentenamt kandidieren sollte. Googles Videoplattform YouTube will dagegen sein Profil entsperren, sobald „das Risiko von Gewalt gesunken ist“.

TRT Deutsch