Der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramov (L), der russische AM Sergej Lavrow (M), und der armenische AM Zohrab Mnatsakanyan während dem Gespräch in Moskau.

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach haben die verfeindeten Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan in Moskau direkte Gespräche aufgenommen. Das russische Außenministerium veröffentlichte am Freitag ein Foto, das die Außenminister beider Konfliktparteien am Verhandlungstisch zeigt. Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew bezeichnete die Gespräche als letzte Gelegenheit, um zu einer friedlichen Lösung in dem Konflikt zu kommen.

„Wir geben Armenien eine Chance, den Konflikt friedlich zu lösen. Dies ist ihre letzte Chance“, sagte Alijew in einer Fernsehansprache. Allerdings werde es „keine Verhandlungen“ geben, falls Armeniens Außenminister die Haltung einnehmen werde, dass das aserbaidschanische Gebiet Berg-Karabach zu Armenien gehöre und an der illegalen Okkupation festhalten möchte. „Wir werden unser Land wiedererlangen und unsere territoriale Integrität wiederherstellen“, kündigte Alijew an.

In den vergangenen Wochen ist der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan erneut aufgeflammt. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, Dörfer im Grenzgebiet angegriffen zu haben. Zuletzt hatte es im April 2016 heftige Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach gegeben. Dabei starben mehr als hundert Menschen. 2010 war die bislang letzte große Initiative für einen Frieden zwischen Eriwan und Baku gescheitert.

Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Infolge von russischer und armenischer Siedlungspolitik wird Berg-Karabach aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Armenien ignorierte bisher alle UN-Resolutionen und internationalen Aufrufe, die besetzten Gebiete zu räumen.

Zu den Gesprächen nach Moskau eingeladen hatte Russlands Präsident Wladimir Putin nach Telefonaten mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Alijew und dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan. Ziel der Gespräche unter der Vermittlung des russischen Außenministers Sergej Lawrow ist nach Kreml-Angaben ein Ende der Kämpfe.

TRT Deutsch und Agenturen