Die Lage der Vertriebenen im Gazastreifen hat sich angesichts heftiger Regenfälle weiter verschärft. / Photo: AA (AA)
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Die Lage der Vertriebenen im Gazastreifen hat sich angesichts heftiger Regenfälle weiter verschärft. „Wir haben Angst um unsere Kinder wegen der Kälte und dem Regen, die mit dem Wintereinbruch immer schlimmer werden“, sagt Chadija al-Scharafi, der im Gazastreifen wohnt. Er und seine Familie hätten auf der Flucht aus dem nördlichen Teil des abgeriegelten Gebiets alles zurückgelassen. Jetzt seien sie ohne ausreichend Kleidung dem Wetter ausgesetzt. „Was können diese Kinder dafür, dass sie im Regen auf der Straße schlafen müssen?“ Die wenigen Decken, die er seiner Familie mühsam beschafft habe, seien durch den Regen unbrauchbar geworden.

Fast 1,9 Millionen Binnenvertriebene im Gazastreifen

Nach Angaben des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA sind mittlerweile fast 1,9 Millionen Menschen wegen des Kriegs im Gazastreifen Binnenvertriebene - bei mehr als 2,2 Millionen Bewohnern insgesamt. Viele Menschen schlafen unter freiem Himmel. Augenzeugen vor Ort berichten, wie Kinder in Schlammpfützen spielen, während ihre Eltern versuchen, die durch den Regen und Wind beschädigten Zelte notdürftig zu reparieren. Videoaufnahmen zeigen ganze Straßenzüge unter Wasser. Es wird erwartet, dass die Regenfälle in den kommenden Wintermonaten weiter zunehmen werden.

Die Notunterkünfte für Vertriebene im Süden des abgeriegelten Küstengebiets reichen bei weitem nicht aus. Viele Menschen schlafen unter freiem Himmel oder in notdürftig aufgestellten Zelten. So auch Hussein Musabich und seine Familie. „Wir schlafen draußen, weil es in den Unterkunftszentren keine Plätze gibt“, sagt der 44-Jährige. Er müsse dabei gefährliche, primitive Heizmethoden anwenden. So werde etwa Plastik oder Abfall verbrannt. „Das sind alles gefährliche Methoden für Kinder, aber es gibt keine andere Möglichkeit.“

Die Lage der Vertriebenen im Gazastreifen hat sich angesichts heftiger Regenfälle weiter verschärft. (AA)

Der 57-jährige Salman Abu al-Rus berichtet, dass drei seiner Kinder aufgrund der Kälte krank wurden. Er habe zwar Vorkehrungen getroffen, um sie vor der Kälte und dem Regen zu schützen, aber „die Zelte können dem starken Regen nicht mehr standhalten“, sagt al-Rus. „Die Tragödie wird in den kommenden Tagen noch zunehmen.“

Vernichtungskrieg im Gazastreifen

Israel nahm den Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober als Vorwand, um einen Vernichtungskrieg zu starten. Erklärtes Ziel der israelischen Angriffe ist die Zerschlagung der Hamas, doch es wurden bisher Tausende Zivilisten getötet.

Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde in Gaza wurden dort bisher mehr als 18.412 Menschen durch Angriffe Israels getötet. Die Zahl könnte weit höher sein, da noch viele Tote unter den Trümmern liegen und nicht geborgen werden können.

TRT Deutsch und Agenturen