Im Fall einer abgeschossenen Passagiermaschine mit knapp 180 Toten ist der Iran nach Worten seines Außenamtssprechers „grundsätzlich“ zu einer Schadenersatzzahlung an die Ukraine bereit. Einen genauen Zeitpunkt gab Abbas Mussawi zunächst nicht an. „Wir haben uns dazu zwar grundsätzlich bereit erklärt, aber die Angelegenheit ist sehr zeitintensiv“, sagte Mussawi laut der Nachrichtenagentur IRNA am Freitag. Es gebe diverse technische und juristische Aspekte in dem Fall, die noch untersucht und besprochen werden müssten. Die ukrainische Boeing-Maschine war am 8. Januar irrtümlich kurz nach dem Start in Teheran von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden. Alle 176 Bordinsassen wurden getötet. Die iranische Führung gab den Abschuss erst mit Verzögerung zu, was zu wütenden Protesten im Lande führte. Unter den toten Passagieren waren Kanadier, Ukrainer, Afghanen, Briten, Schweden und Iraner mit Aufenthaltsrecht in Schweden. Die iranische Luftfahrtbehörde hat Mitte Juli in ihrem Abschlussbericht von einem „menschlichen Fehler“ gesprochen. Die fehlerhafte Ausrichtung eines Radarsystems hätte zu einem Kommunikationsfehler bei der zuständigen militärischen Abteilung geführt, hieß es. Die Flugschreiber hatte der Iran Frankreich zum Auslesen übergeben. Die französische Luftsicherheitsbehörde BEA hatte im Juli damit begonnen, sie auszuwerten.

DPA