Die Türkei plant, die Tourismusbranche für die Zeit nach der Corona-Krise anzukurbeln. 35 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete das Land im Tourismusgeschäft 2019. Daran will die Türkei wieder anknüpfen und hat dafür ein neues Projekt ins Leben gerufen. Das berichtet Ronald Meinardus, Leiter der Friedrich Naumann Stiftung, in einem „Focus“-Gastbeitrag.

Die türkische Regierung arbeitet demnach daran, „coronafreie Zonen“ zu zertifizieren. In diesen Regionen könnten Urlauber dann unbesorgt ihre Ferien verbringen. Die Touristikbranche in der Türkei beschäftigt über zwei Millionen Menschen. Allein 2019 besuchten 52 Millionen Menschen das Urlaubsland. Zur Wiederbelebung der Branche will der Tourismus-Minister Mehmet Nuri Ersoy zusammen mit Experten und verantwortlichen Ministerien an den Zertifikaten arbeiten. Bis Ende Mai sollen die Zertifikate vergeben werden. Auch die halbstaatliche Turkish Airlines plant, den Flugbetrieb Ende Mai aufzunehmen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie liegen die gesamte Reisebranche und der Flugbetrieb wie vielerorts brach.

Von den Maßnahmen sollen in der ersten Phase Inlandstouristen profitieren. Aus Asien sollen dann die ersten Auslandsurlauber kommen. Danach würden Touristen aus Deutschland und Österreich kommen. Für Ende Juli rechnet der Tourismus-Minister mit Urlaubern aus Russland und England.

Mehr als 127.000 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus wurden in der Türkei bisher gemeldet, 3461 Menschen starben. Dank der umfassenden Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verlangsamt sich täglich die Zunahme der Infektions- und Totenzahlen.

TRT Deutsch