Nachdem aufgrund der Coronavirus-Verbreitung den älteren Menschen über 65 Jahren und den chronisch Kranken der Ausgang nur unter triftigen Gründen erlaubt blieb, gilt ab Mitternacht auch für Unter-20-Jährige ein Ausgangsverbot, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Freitagabend bei einer Fernsehansprache erklärt.

Auch das Maskentragen an belebten Orten und öffentlichen Räumen wie auf Märkten oder in Geschäften sei ab sofort verpflichtend, ergänzte Erdoğan. Außerdem sollten in 31 Städten vorerst für 15 Tage Autos weder ein- noch ausfahren dürfen. „30 Großstadtprovinzen in der Türkei und die Stadt Zonguldak, wo Lungenkrankheiten weit verbreitet sind, werden ab Mitternacht unter Quarantäne gestellt“, sagte das türkische Staatsoberhaupt. Der Beschluss geht nicht mit einer häuslichen Quarantäne für die betroffene Bevölkerung einher, sondern zielt auf die Schließung der Stadtgrenzen ab. Allein systemrelevante Transportmittel, die etwa für die Lieferung von Lebensmitteln zuständig sind, haben weiterhin eine Verkehrserlaubnis.

Die Zahl der Coronavirus-Infizierungen in der Türkei stieg am Freitag um 2786 auf insgesamt 20.921 Fälle an. 425 Menschen sind der Krankheit bisher erlegen.

Die Türkei hatte im Voraus eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung der neuartigen Atemwegserkrankung einzudämmen: Darunter fallen die Schließung von Schulen, die Quarantäne von rund 50 Städten und Gebieten und eine permanente Ausgangssperre für Personen ab 65 Jahren.

Die Gouverneure wurden von der Regierung indes beauftragt, für jede Provinz spezifische Maßnahmen zu ergreifen, von der Beschränkung der Einreise in die Städte bis hin zur Ausweitung der sozialen Abstandsregeln. Eine vollständige landesweite Ausgangssperre wurde von der Türkei allerdings nicht verhängt.

TRT Deutsch und Agenturen