Bei einer Demo gegen die PKK/YPG erinnert ein Teilnehmer an den Yasin-Börü-Mord während den „Kobane-Unruhen“ (AA)

Am heutigen Mittwoch jähren sich die sogenannten „Kobani-Unruhen“ in der Türkei zum siebten Mal. Vom 6. bis 7. Oktober 2014 gingen zahlreiche PKK/YPG-Anhänger auf die Straße, nachdem unter anderem die „Demokratische Partei der Völker“ (HDP) ihre Mitglieder zu Protesten aufgerufen hatte. Grund dafür war die Einnahme der Stadt Ayn al-Arab (Kobane) im Norden Syriens durch Milizen der Terrororganisation Daesh während des syrischen Bürgerkrieges. Die türkische Regierung hatte es abgelehnt, einen Waffenkorridor nach Ayn al-Arab für PKK/YPG-Milizen freizugeben.

Nach dem Aufruf des HDP-Zentralvorstands wurden damals in zahlreichen türkischen Städten Barrikaden errichtet. Die Teilnehmer versuchten Straßen in 35 Provinzen, 96 Bezirken und 131 Siedlungen zu besetzen, um gegen den türkischen Staat zu rebellieren. Die gewalttätigen Aktionen konzentrierten sich dabei hauptsächlich auf die ost- und südostanatolischen Gebiete. Mit Schusswaffen, Molotowcocktails, Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen wurden öffentliche Gebäude, Fahrzeuge und Geschäfte beschädigt – darunter auch Schulen, Korankurse und Studentenwohnheime. Bei den Angriffen auf Zivilisten und Sicherheitskräfte kamen 39 Menschen ums Leben, darunter zwei Polizisten. 761 Menschen wurden verletzt. Tausende Straftaten registriert Während der Gewalteskalationen wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu insgesamt 37 Straftaten wegen Totschlags, 29 versuchte Morde, 3777 Fälle von Sachbeschädigung, 25 Fälle von Freiheitsberaubung, 395 Diebstähle und 15 Plünderungen registriert. Mit den Angriffen wollten die Terrorsympathisanten das soziale Leben und die Wirtschaft des Landes lahmlegen. Die HDP-Führung forderte seine Anhänger dazu auf, jeden Ort in der Türkei „in Kobane zu verwandeln“.

Yasin Börü wurde während der sogenannten Kobane-Unruhen kaltblütig ermordet. (Haberler Ankara)

Der brutale Mord an Yasin Börü und seinen Freunden Für landesweite Empörung sorgte vor allem der Mord an Yasin Börü und seinen drei Freunden. Sie wurden getötet, als sie während des islamischen Opferfestes Spenden an Bedürftige verteilten. Sie wurden in einem Gebäude, wo sie Zuflucht gesucht hatten, von einer bewaffneten Gruppe gelyncht.

Die Leichen der Jugendlichen, die die Terroranhänger aus dem Gebäude warfen, wurden danach entstellt. Ahmet Dakaks Kopf wurde mit einem Stein zerquetscht und der 16-jährige Börü wurde von einem Auto überfahren. Die Kinder, deren Leichen zum Teil verbrannt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurden, konnten von ihren Eltern kaum noch identifiziert werden. Lediglich Yusuf Er konnte entkommen. Nach eigenen Angaben waren seine Freunde noch am Leben, als sie aus dem Gebäude geworfen wurden. Verhaftungen und Ermittlungen gegen HDP-Funktionäre Nachdem der versuchte Aufstand der PKK/YPG- und HDP-Anhänger beendet werden konnte, begann die Türkei mit der Aufarbeitung der Geschehnisse. Der HDP-Vorstand wurde für die Unruhen verantwortlich gemacht. Die türkische Justiz leitete umfassende Untersuchungen ein. Das PKK-Sprachrohr „Firatnews Agency“ (ANF) sowie die HDP und die Terrororganisation PKK selbst sollen den Daesh-Angriff auf die syrische Stadt Ayn al-Arab instrumentalisiert haben, um Chaos in der Türkei zu stiften, hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft, Die Beschuldigten haben demnach ihre Anhänger aufgefordert, auf die Straße zu gehen und Gewaltaktionen auszuüben. Mehrere aktive und ehemalige HDP-Mitglieder wurden im Zuge der Ermittlungen verhaftet. Ankara beschuldigt die HDP, enge Beziehungen zur Terrororganisation PKK zu unterhalten.

TRT Deutsch