Ein PKK-Terrorist hält eine Waffe. (AA)

Der Anfang der PKK-Terroranschläge in den 1980er Jahren sitzt noch tief im Bewusstsein der Menschen in der Türkei. Die tödlichen Angriffe richten sich damals wie heute gegen Sicherheitskräfte - und auch gegen Zivilisten. Die PKK versucht damit, ihre Autonomiebestrebungen durchzusetzen.

Die Anschläge gegen den türkischen Staat begannen vor 37 Jahre in Eruh in der südöstlichen Provinz Siirt sowie in Şemdinli in der südöstlichen Provinz Hakkari. Den Befehl dafür hatte der seit 1999 inhaftierte PKK-Anführer Abdullah Öcalan gegeben.

Am Abend des 15. August 1984 kamen die Soldaten Süleyman Aydın und Memiş Arıbaş ums Leben und wurden damit zu den ersten Opfern der Terrororganisation PKK. Bei den Angriffen wurden neun weitere Soldaten und drei Zivilisten verletzt. In den darauffolgenden Jahren sollten zahlreiche weitere Anschläge folgen. Viele davon waren gegen die Zivilbevölkerung in den östlichen Regionen der Türkei gerichtet.

1987: Das Jahr der blutigsten PKK-Massaker

In den Folgejahren kam es zu einer Fortschreitenden Radikalisierung der PKK. Insbesondere das Jahr 1987 sollte als eines der blutigsten in die Geschichte eingehen.

Am 22. Januar 1987 stürmte die Terrorgruppe eine Hochzeitsfeier im Dorf Ortabağ in Şırnak und tötete acht Menschen, darunter vier Frauen und zwei Kinder. Auch ein Dorf in Ömerli in der südöstlichen Provinz Mardin wurde angegriffen. 30 Menschen wurden dabei getötet, darunter 16 Kinder.

Im weiteren Verlauf überfielen PKK-Mitglieder die Stadt Çiftekavak in der Provinz Şırnak und ermordeten dort 11 Personen, darunter zwei schwangere Frauen und vier Kinder.

Am 8. Juli 1987 griffen die Extremisten Haraberk in Midyat an und massakrierten neun Menschen, darunter sieben Kinder und zwei Frauen aus derselben Familie. Zur gleichen Zeit überfiel eine andere Gruppe das Dorf Peçenek und erschoss 16 Zivilisten.

Die Fotos vom dreijährigen Serkan

Auch der 21. Oktober 1993 ist ein wichtiges Datum in der dunklen Geschichte der Terrororganisation. 22 Personen, darunter 13 Kinder, wurden an jenem Tag im Dorf Derince in der Nähe von Siirt in einem Schulhof zusammengetrieben und erschossen. Die Fotos des dreijährigen Serkan, der eines der Opfer des Blutbads war, erschütterten das ganze Land. Innerhalb der Bevölkerung bekam Öcalan von nun an den Beinamen „Kindermörder“.

Die Angriffe auf die Zivilbevölkerung bilden ein Muster, das sich bis in die Gegenwart zieht. Die Organisation will damit die Menschen demoralisieren, und schreckt dabei auch nicht vor Morden an Kindern zurück.

Anstieg der Terroranschläge nach Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges

Im Jahr 2019 weckte der Tod von Mohammed Omar, einem neun Monate alten Flüchtlingskind aus Syrien, alte Erinnerungen. Er starb bei Raketenangriffen des syrischen Ablegers der PKK (YPG), die die Grenzstadt Şanlıurfa trafen. Die Attacken erfolgten aus besetzten Gebieten in Syrien. Zwei ältere Schwestern von Mohammed konnten den Anschlag mit schweren Verletzungen nur knapp überleben.

Mohammed war nicht das einzige Opfer der PKK/YPG: Auch Mazlum Güneş (11) aus Şanlıurfa, der sein Haus verließ, um Brot zu kaufen; Elif Terim (11), die auf der Straße spielte oder Emine (12) und ihre Schwester Leyla Yıldız (15), die vor dem Haus ihrer Mutter in Nusaybin ermordet wurden – sie alle starben am gleichen Tag durch die Angriffe der PKK/YPG. In Syrien versucht die PKK/YPG derzeit, einen autonomen Staat zu gründen und schreckt dabei nicht vor dem Einsatz von Kindersoldaten zurück.

Gezielte Anschläge auf Lehrer und Beamte

Auch Staatsbedienstete wie Lehrer, Ärzte, Polizisten und deren Familien werden immer wieder zum Ziel von PKK-Anschlägen. Alleine im Jahr 1994 sollten bei zwei Angriffen zehn Lehrer dem Terror zum Opfer fallen. Ein PKK-Mordkommando tötete am 11. September sechs Lehrer, die in der Stadt Darıkent in der Provinz Tunceli ihre Schüler unterrichteten. Einen Monat später töteten die Extremisten vier Lehrer, die in Katranlı und Taşkesen in der Provinz Erzurum arbeiteten.

Am 31. Juli 2018 zog die PKK erneut die Wut der Bevölkerung auf sich. Diesmal waren die Soldatenfrau Nurcan Karakaya und ihr elf Monate altes Kind die Opfer. Sie waren im Auto unterwegs, als eine Bombe am Straßenrand explodierte. Beide kamen bei dem Anschlag ums Leben.

TRT Deutsch