Das Robert-Koch-Institut liefert täglich aktuelle Zahlen zu Corona-Entwicklung. Insgesamt 39.457 Corona-Fälle und 222 Corona-Todesfälle. Die Johns-Hopkins-Universität hingegen gibt 39.355 Corona-Fälle an. Was stimmt?

Keins der Zahlen ist richtig, sagt Dirk Brockmann vom Robert-Koch-Institut (RKI) im Interview mit dem Focus Magazin. RKI erfasst statistisch nur die amtlich gemeldeten Fälle. Die Zahlen seien nur eine Stichprobe. Die Dunkelziffer liege viel höher.

Statistikerin fordert repräsentative Tests

Das Zahlenwirr irritiert die Menschen. Daher fordert Katharina Schüller, Statistikerin und Gründerin des Unternehmens „Stat-up“, repräsentative Testergebnisse. Bislang werden nur Menschen mit Symptomen getestet.

Im „Focus Online“-Bericht von Paula Schneider fordert sie regelmäßiges Testen: Täglich mindestens 300 Testpersonen überprüfen und die Entwicklung beobachten. So könne man sehen, wie sich die Zahl der Infizierten über die Zeit verändere, meint die Statistikerin. Neben dem Kriterium Alter, sollten auch Begleiterscheinungen und Rauchgewohnheiten mit berücksichtigt werden. „So können wir besser sehen, wer wirklich gefährdet ist – und das, schon bevor Symptome auftreten.“

Ob die Maßnahmen Wirkung zeigen, liefern die regelmäßigen Erhebungen. „Im Moment müssen wir noch vierzehn Tage warten, bis wir erste mögliche Erfolge sehen. Und ewig können wir die Maßnahmen nicht aufrechterhalten, weder aus wirtschaftlicher noch aus sozialer Sicht“, erklärt Schüller.

Täglich einige hundert Stichprobe -Tests würden ausreichen, zuverlässige Aussagen über den Verlauf des Coronavirus zu treffen, statt verzögert zu reagieren. Mit den „schlechten Daten “ könnten Verantwortliche nur vermuten, welche Maßnahme die richtige ist.

Alle fünf Tage eine repräsentative Stichprobe

Auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (ifW) befürwortet repräsentative Tests - alle fünf Tage einen für die Gesamtbevölkerung repräsentative Corona-Infektions-Test. „Die bislang mutmaßlich geringe Durchseuchung legt einen Stichprobenumfang von 10.000 Personen nahe, um aussagefähige Ergebnisse zu erhalten. Auf Basis der ermittelten Werte lassen sich dann erstmals verlässlichere Aussagen über Morbiditäts- und Mortalitätsraten ableiten“, erklären die Institutsforscher im Focus-Interview.

TRT Deutsch und Agenturen