In Deutschland hat es im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesregierung statistisch jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe gegeben. Das geht aus einem Bericht der Berliner „Tageszeitung“ am Montag hervor. Die Zeitung beruft sich bei ihren Angaben auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion zu antimuslimischem Rassismus.

Im Jahr 2019 gab es demnach 184 islamfeindliche Angriffe, darunter ein Drittel durch Volksverhetzung.

Moschee-Angriffe
Moschee-Angriffe (TRTDeutsch)

„Das ist rechter Terror, dem entschieden entgegen getreten werden muss", sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz der Berliner „Tageszeitung". Derartige Gefährdungen von Personen, Moscheen und anderen muslimischen Einrichtungen seien „nicht hinzunehmen", so Buchholz. Es gebe „zahlreiche Fälle von Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, Beleidigung und Sachbeschädigung". Auch Bedrohungen sowie Körperverletzungen seien gelistet. „Islamfeindliche Gewalt und Diskriminierung seien hierzulande alltäglich", sagt die Linken-Politikerin. Die Bundesregierung müsse daher muslimische Religionsgemeinschaften unterstützen. Zudem seien „Signale der Solidarität" nötig.

Islamfeindliche Angriffe
Islamfeindliche Angriffe (TRTDeutsch)

Islamfeindliche Straftaten werden seit 2017 gesondert erfasst. Für das Jahr 2019 liegt noch keine genaue Zahl vor. In den genannten Angaben sind etwa Beleidigungen von Muslimen noch nicht erfasst. 2018 seien es insgesamt 910 islamfeindliche Straftaten gewesen, darunter 48 Angriffe auf muslimische Gebetshäuser. 2017 habe die Zahl bei 1.095 gelegen. Rund 90 Prozent dieser Taten würden der politisch motivierten Kriminalität von rechts zugeordnet. Die Dunkelzahl bei den islamfeindlichen Angriffen ist unbekannt, da nicht alle Straftaten zur Anzeige gebracht werden.

TRT Deutsch und Agenturen