Nach dem massiven Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming sind in einem weiteren Betrieb in der Gemeinde 27 Corona-Infizierte ermittelt worden. Wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte, wurden die Infizierten und deren Kontaktpersonen umgehend von den negativ Getesteten getrennt und isoliert. „Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben“, sagte Landrat Werner Bumeder laut der Mitteilung. In dem neu betroffenen Betrieb arbeiten etwa 600 Menschen. Beim massiven Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming hatten sich mit Stand Freitagabend 232 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert. Fast genauso viele - 231 Erntehelfer - seien laut Landratsamt Dingolfing-Landau dagegen auch das zweite Mal negativ getestet worden. Bei dem Betrieb handelt es sich um einen großen Gemüsehof, der Erdbeeren, Gurken, Kohl und Rote Bete anbaut. Seit Donnerstag werden alle Saisonarbeitskräfte im Landkreis auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse von 25 von 26 Betrieben sind inzwischen ausgewertet. Bei den 23 weiteren Betrieben wurden keine Infektionen festgestellt. Mamming ist eine ländliche Gemeinde mit gut 3300 Einwohnern unweit von Dingolfing mit seinem großen BMW-Werk; Tests unter Anwohnern fielen derweil fast ausnahmslos negativ aus.

In Nürnberg wurden 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne gestellt, weil ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Wie die Stadt am Samstag mitteilte, handelt es sich bei der infizierten Person um einen Mitarbeiter eines Pflegeheims. „Sowohl die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft als auch die des Pflegeheims werden zurzeit getestet. Ergebnisse liegen noch nicht vor“, schrieb die Stadt bei Twitter.

RKI: 240 Corona-Neuinfektioneninnerhalb eines Tages

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 240 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Diese niedrige Zahl, weniger als ein Drittel der Werte der Vortage, erklärt sich wohl zumindest teilweise dadurch, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 955 gelegen. Das war die höchste gemeldete tägliche Fallzahl seit Anfang Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies Mitte Juni.

Seit Beginn der Pandemie haben sich mindestens 209.893 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9141. Bis Sonntagmorgen hatten 192.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit sind rechnerisch rund 7850 Menschen in Deutschland akut mit dem Erreger infiziert. Die bundesweite Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 1.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,13 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 1.8., 0.00 Uhr, bei 1,20 (Vortag: 1,19). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

DPA