17. November 2021, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Einsatzkräfte der Polizei untersuchen ein Objekt in Duisburg. Mit hunderten Einsatzkräften ist die Polizei in vielen nordrhein-westfälischen Städten gegen organisierte Kriminalität vorgegangen. (DPA)

Bei einem großen Einsatz gegen die organisierte Drogenkriminalität hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen insgesamt elf Objekte in neun Städten durchsucht. „Es geht um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz“, sagte ein Sprecher der zuständigen Polizei in Hagen am Donnerstagmorgen. Laut Staatsanwaltschaft wurden sieben Verdächtige vorläufig festgenommen. Nach dpa-Informationen suchten die Ermittler nach Indoor-Marihuana-Plantagen. Es soll demnach auch Bezüge zu örtlichen Clan-Strukturen geben. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über die Razzien berichtet.
Laut Informationen der Zeitung haben die Einsatzkräfte einen Drogenring im Visier, der in mehreren Objekten Marihuana angebaut haben soll. „In größerem Umfang“, wie Staatsanwalt Gerhard Pauli erklärte. Wie es aus Sicherheitskreisen hieß, waren rund 200 Kräfte verteilt über Nordrhein-Westfalen im Einsatz – in Gelsenkirchen, Duisburg, Essen, Bochum, Herne, Lohmar, Wiehl, Iserlohn und Engelskirchen.

Mehr als 20 Millionen geheime Nachrichten von Polizei abgehört

Auslöser der Razzien waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft sogenannte Encrochat-Daten. Der Messenger-Dienst wird vor allem von Kriminellen genutzt. Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich gelang es im Vorjahr, mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten abzuschöpfen, wie die europäische Justizbehörde Eurojust im Juli 2020 mitteilte. Etwa 60.000 Teilnehmer hätten den aufwendig verschlüsselten Chatdienst genutzt, weil es hieß, die Technik sei schwer zu knacken.
Die französischen Ermittler hatten ihre Erkenntnisse mit dem Bundeskriminalamt geteilt, das wiederum die Behörden in den einzelnen Bundesländern und vor Ort involvierte. In NRW hatte es in den vergangenen Monaten mehrmals Razzien in Verbindung mit Encrochat-Daten gegeben. Ende Juni hatte die Polizei bei einer Razzia mit Schwerpunkt in Dortmund mehrere Mitglieder der kriminellen Führungsebene des bekannten Miri-Clans festgenommen – als Folge des Datenschatzes. Damals ging es um Kokain. Im Juli und August folgten weitere Drogenrazzien im Kreis Lippe und in der Region Mettmann.

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DPA