Retter des deutschen Rettungsschiffs „Alan Kurdi“ beim Einsatz.

In maltesischen Gewässern sind mehrere tote Migranten entdeckt worden. Fünf Leichen seien auf einem Boot mit 49 Migranten gefunden worden, sieben Menschen würden vermisst, erklärte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration, Flavio Di Giacomo, am Mittwoch auf Twitter.
Ein Handelsschiff habe die Menschen aufgenommen, sie seien dann der libyschen Küstenwache übergeben worden. Es handle sich wahrscheinlich um das Boot, das vor Tagen abgedriftet sei. Malta und Italien hatten in der Corona-Pandemie erklärt, dass sie keine Migranten an Land lassen könnten. In Libyen herrscht Bürgerkrieg.

Vor Sizilien liegt derzeit das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ mit 149 Migranten und wartet auf eine Lösung. Vor der Insel Lampedusa harrte am Mittwoch auch das spanische Rettungsschiff „Aita Mari“ mit rund 40 Geflüchteten aus.

Seenotrettung muss weitergehen
Die Menschenrechtskommissarin des Europarats betonte am Donnerstag, dass trotz der Coronavirus-Krise die Seenotrettung von Migranten fortgesetzt werden müsse. Überlebende müssten in einem sicheren Hafen von Bord gebracht werden, erklärte Dunja Mijatovic in einer Mitteilung. Sie forderte die Mitgliedstaaten des Europarates auf, unverzüglich auf Notrufe auf See zu reagieren.
Die Menschenrechtskommissarin forderte die Mitgliedstaaten zur Zusammenarbeit zu mehr Unterstützung für Italien und Malta auf. „Europäische Solidarität und konkrete Maßnahmen zur Teilung der Verantwortung und zum Schutz der Menschenrechte sind heute wichtiger denn je“, sagte Mijatovic. „Die Covid-19-Krise kann keine Rechtfertigung dafür sein, Menschen wissentlich ertrinken zu lassen.“
Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg kümmert sich um den Schutz und die Einhaltung der Menschenrechte in den Mitgliedstaaten. Er agiert unabhängig von der Europäischen Union.


DPA