Einer der Aktivisten mit der entwendeten Skulptur. (Mwazulu Diyabanza Siwa Lemba official – Facebook)

Mehrere Aktivisten haben versucht, aus dem niederländischen Afrika-Museum eine Skulptur zu stehlen. Sie wollten damit nach eigenen Angaben gegen kolonialistischen Kunstraub protestieren. Fünf Menschen seien festgenommen worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Sie kommen nach Angaben der Ermittler vermutlich aus dem Kongo.

Die französisch-sprechenden Personen hatten von ihrer Aktion ein Video auf Youtube veröffentlicht. Sie hätten bereits am Donnerstag die Skulptur entwendet, wie das Museum in Berg en Dal bei Nimwegen nahe der deutschen Grenze mitteilte. Die Museumswärter hätten zwar protestiert, seien aber nicht eingeschritten. Das Museum hatte nach eigenen Angaben während der Aktion die Polizei alarmiert. Noch auf dem Gelände seien die drei Männer und zwei Frauen festgenommen worden, bestätigte die Polizei.

Die Aktivisten erklärten in dem Video, dass das Museum etwa eine halbe Million Objekte besitze, die während der Kolonialzeit in Afrika gestohlen worden seien. „Wir bringen alles zurück nach Hause. Das ist unser Kulturerbe,“ heißt es in dem Video.

Der Direktor des Völkerkunde-Museums, Stijn Schoonderwoerd, sagte im niederländischen Radio, dass das Museum tatsächlich Raubkunst besitze. „Wir haben aber bereits gesagt, dass wir für die Rückgabe von geraubten Werken sind.“ Die Skulptur aus dem Kongo sei nicht beschädigt und wieder im Museum. Das Haus war 1954 als römisch-katholisches Missionsmuseum gegründet worden.


DPA