Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu mit seinem Amtskollegen Nikos Dendias (links).

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu und sein griechischer Amtskollege Nikos Dendias haben am Donnerstag den Konflikt im östlichen Mittelmeer und Fragen zu Zypern diskutiert. Das rund halbstündige Treffen fand am Rande der internationalen Sicherheitskonferenz GLOBSEC in der slowakischen Hauptstadt Bratislava statt.

Im Gespräch mit Reportern sagte Çavuşoğlu anschließend, dass die Türkei sich bereit erklärt habe, weitere Sondierungsgespräche über den Streit im östlichen Mittelmeerraum zu führen. Ankara werde der Gastgeber sein. Der Termin stehe aber noch nicht fest.

Maraş (Varosha) ebenfalls Gesprächsgegenstand

Çavuşoğlu sagte, dass die beiden Außenminister auch über die Geisterstadt Maraş (Varosha) in der zyperntürkischen Stadt Gazimağusa (Famagusta) gesprochen hätten. Diese ist seit Donnerstag teilweise wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Er sagte, dass viele Menschen und Institutionen, darunter auch Zyperngriechen, jahrelang aufgrund der Schließung nicht in der Lage gewesen seien, ihre Grundstücke zu nutzen. Diese sollen später wieder freigegeben werden.

Der türkische Minister betonte, es sei wichtig, einige öffentliche Straßen und Strände zugänglich zu machen. Das sei vorteilhaft für die Normalisierung des Lebens auf Zypern. Das müsse aber geschehen, „ohne die UN-Resolutionen zu verletzen“. Persönliche Rechte und privates Eigentum müssten respektiert werden.

Treffen mit Bundesaußenminister Maas

Çavuşoğlu sagte zudem, dass er sich am Rande der Konferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas getroffen habe. Dabei seien die bilateralen Beziehungen sowie die Berg-Karabach-Frage diskutiert worden.

„Wir haben ihm noch einmal unsere Enttäuschung über den EU-Gipfel [letzte Woche] und die Entscheidung, die auf dem Gipfel getroffen wurde, mitgeteilt“, so Çavuşoğlu.

Maas war ebenfalls zu GLOBSEC eingeladen. Er nahm zudem an einem Panel zur Corona-Pandemie Teil.

AA