09.11.2021, Griechenland, Athen: Mark Rutte (l), Ministerpräsident der Niederlande, und Kyriakos Mitsotakis, Ministerpräsident von Griechenland, geben nach einem Treffen eine Pressekonferenz in der Villa Maximos. (DPA)

Bei einer Pressekonferenz des griechischen Premiers Kyriakos Mitsotakis und seinem niederländischen Amtskollegen Mark Rutte ist es am Dienstagabend in Athen zu einem mittleren Eklat gekommen. Anlass war die Wortmeldung einer niederländischen Journalistin namens Ingeborg Beugel. „Wann werden Sie endlich aufhören zu lügen - über Pushbacks und darüber, was mit Flüchtlingen in Griechenland geschieht?“, fragte sie den Premier und warf ihm vor, es gebe überwältigende Beweise für illegale Zurückweisungen von Migranten, doch er bestreite und leugne das. „Das ist narzisstischer Missbrauch“, warf sie Mitsotakis an den Kopf.
Der Premier reagierte angesichts der Vorwürfe und der Wortwahl sichtlich gereizt. „Ich weiß, dass Sie in den Niederlanden die Kultur haben, Politikern direkte Fragen zu stellen, was ich sehr respektiere“, sagte er. „Was ich aber nicht akzeptiere ist, dass Sie hier in diesem Haus mich und das griechische Volk mit Vorwürfen und Ausdrücken beleidigen, die nicht durch Fakten belegt sind.“ Griechenland habe während der Migrationskrise Tausende Menschen aus dem Meer gerettet. Er werde nicht akzeptieren, dass jemand mit dem Finger auf die Regierung zeige und ihr Inhumanität vorwerfe.
Während seiner Ausführungen wurde Mitsotakis immer wieder von der aufgebrachten Journalistin unterbrochen. Schützenhilfe erhielt er von Mark Rutte. „Ich bin völlig überzeugt, dass der Premierminister und seine Regierung die höchsten Standards erfüllen. Das zeigt auch die Tatsache, dass sie auf den Vorwurf der Pushbacks hin sofort Ermittlungen eingeleitet haben“, sagte der niederländische Premier.
Medienberichten zufolge soll die griechische Küstenwache wiederholt Boote mit Migranten an Bord zurück in Richtung türkischer Küste gedrängt haben. Die griechische Regierung verweist auf den Schutz der Landesgrenzen, die auch EU-Grenzen sind.

DPA