Französische Polizeibeamte protestieren am 14. Juni 2020 auf dem Trocadero-Platz vor dem Eiffelturm in Paris.  (AFP)

Die Demonstrationen von Polizisten in Frankreich haben sich ausgeweitet. Hunderte Beamte protestierten am Montagabend im ganzen Land gegen die von der Regierung angekündigte Polizeireformen.

Die Proteste fanden unter anderem in La Défense bei Paris, in Lille und Nancy statt. An den beiden vorherigen Tagen hatten bereits Polizisten in Paris demonstriert.

Die protestierenden Beamten sehen sich zu Unrecht dem Verdacht des Rassismus und der exzessiven Gewaltanwendung ausgesetzt. Besonders aufgebracht sind sie über das Vorhaben von Innenminister Christophe Castaner, eine umstrittene Festnahmetechnik zu verbieten. Dabei stellt sich der Polizist hinter den Festgenommenen und drückt seinen Vorderarm auf dessen Luftröhre.

Der nationale Polizeichef Frédéric Veaux kündigte am Montag jedoch an, dass die Methode in den kommenden Monaten weiter angewendet werden soll, bis eine neue Standardtechnik festgelegt worden ist. Mit den Ankündigungen zur Polizeireform hatte Castaner auf die Anti-Rassismus-Proteste reagiert, die auch in Frankreich durch den Fall des Afroamerikaners George Floyd ausgelöst worden waren. Der unbewaffnete Mann war Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA getötet worden.

AFP