Ein Bild vom 20. April 2020 zeigt das Minarett und die Fassade der Großen Moschee von Paris.

In Frankreich ist die Anzahl von islamfeindlichen Übergriffen im Jahr 2020 stark gestiegen. 235 Angriffe auf Muslime sollen sich vergangenes in dem EU-Land ereignet haben, 2019 seien es 154 Fälle gewesen, erklärte Abdallah Zekri, Leiter der Nationalen Beobachtungsstelle für Islamophobie, in einer Stellungnahme. Das entspricht einem Anstieg von 53 Prozent.

Die meisten Angriffe fanden demnach in den Regionen Île-de-France (Großraum Paris), Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d'Azur statt. Angriffe auf Moschee-Einrichtungen seien im selben Jahr um 35 Prozent gestiegen. Allein 70 Drohbriefe seien an den Hauptsitz des „Französischen Rats des muslimischen Kultes“ (CFCM) oder seine Administratoren geschickt worden, so Zekri.

Muslime in Frankreich seien besorgt über die negativen Ansichten, die Teile der französischen Öffentlichkeit über den Islam hätten, gab Zekri zu bedenken.

Es gebe keine Verbindungen zwischen dem Islam und dem Terrorismus. Muslime in Frankreich sollten in der Lage sein, ihre Religion frei zu praktizieren – ebenso Mitglieder anderer Glaubensrichtungen.

Die französische Regierung steht aufgrund ihrer Maßnahmen und Rhetorik in Bezug auf den Islam und die Muslime im eigenen Land in der Kritik. Im Oktober hatte der französische Präsident Emmanuel Macron behauptet, der Islam befände sich in einer „Krise“. In zahlreichen Moscheen wurden Razzien durchgeführt. Zudem soll ein „Anti-Separatismus“-Gesetz weitreichende Beschränkungen für die muslimische Gemeinde im Land bringen.

Der Gesetzesentwurf, der zur Abstimmung im französischen Parlament ansteht, könnte eine strenge staatliche Regulierung von internen Angelegenheiten von Moscheen und deren Verwaltern ermöglichen sowie die Finanzen von muslimischen Vereinen und NGOs kontrollieren.

Frankreich hat mit rund 6 Millionen den größten muslimischen Bevölkerungsanteil in Europa.

TRT Deutsch