Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht zu Beginn bei einer Generaldebatte im Bundestag.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat sich nach den jüngsten Äußerungen von Premierminister Boris Johnson zu einem harten Brexit gegen britischen Druck verwahrt. „Wir werden unbeirrt weiter daran arbeiten, einen harten Brexit und die damit drohenden zusätzlichen Belastungen für die europäische und die deutsche Wirtschaft abzuwenden“, schrieb er in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Brief an die Abgeordneten von CDU und CSU. „Klar ist aber auch, wir werden uns bei der Regelung von Marktzugängen und Zöllen nicht unter Druck setzen lassen.“

Das Zeitfenster für die Brexit-Verhandlungen werde immer enger, warnte Brinkhaus. Es liege aber „im beiderseitigen Interesse, zu einer vernünftigen Lösung zu kommen“.

Johnson hatte Großbritannien am Freitag auf einen harten Bruch ohne Vertrag mit der Europäischen Union am 1. Januar eingestimmt. Die EU habe gut zehn Wochen vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase offenkundig kein Interesse an einem von Großbritannien gewünschten Freihandelsabkommen wie mit Kanada, sagte Johnson in London. Dementsprechend erwarte man nun eine Beziehung wie mit Australien - also ohne Vertrag. Die Spitze der EU und auch Kanzlerin Angela Merkel hatten indes zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel betont, man verhandele weiter.

DPA