Eine Gruppe von Menschen besucht das Unesco-Welterbe Göbekli Tepe.  (AA)

Der deutsche Professor Klaus Schmidt, der mit seinen Arbeiten die antike Siedlung Göbekli Tepe in den Fokus des weltweiten historischen Interesses gerückt hatte, wurde am siebten Jahrestag seines Todes durch die Stadt Şanlıurfa posthum für seine Verdienste um die Menschheit geehrt. Der Bürgermeister der Stadt, Zeynel Abidin Beyazgül, erklärte am Dienstag, dass Schmidt dem Welterbe einen großen Dienst geleistet habe.

Schmidt habe seine Ausgrabungen mit großem Enthusiasmus durchgeführt, sagte Beyazgül. „Er hat große Anstrengungen für diesen Ort unternommen. Deshalb ist er der Vater dieses Ortes. An seinem Todestag möchten wir ihm noch einmal unseren Dank aussprechen“, fügte der Bürgermeister hinzu.

Klaus Schmidt starb am 20. Juli 2014 im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt während eines Badeurlaubs auf der Ostseeinsel Usedom. Der Forscher war mit der türkischen Archäologin Çiğdem Köksal-Schmidt verheiratet. Der Archäologe wurde 2007 zum Leiter der Ausgrabungen in Göbekli Tepe ernannt. Die archäologischen Arbeiten, die unter der Leitung von Schmidt durchgeführt wurden, förderten bedeutende Hinweise auf frühe Epochen der Geschichte der Menschheit zutage.

Die Stätte, deren Ruhm sich schnell über die Landesgrenzen hinaus verbreitete, wurde am 1. Juli 2018 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Mahmut Yıldız, der Besitzer des Grundstücks, auf dem sich Göbekli Tepe befindet, erklärte, dass er Schmidts Kampf um die Ausgrabung und Förderung der Stätte hautnah miterlebt habe. Gegenüber Medien sagte er: „Er hat hier wie ein Arbeiter gearbeitet. Er hat mit uns gegessen und getrunken. Jeder liebte und respektierte ihn.“

Bei der Stätte, die sich in der südöstlichen Provinz Şanlıurfa im Bezirk Örencik und 18 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet, handelt es sich um eine Siedlung aus der Jungsteinzeit. Sie wurde von Forschern der Universitäten Istanbul und Chicago während einer Untersuchung im Jahr 1963 entdeckt. Zu den konkretesten Funden gehört eine Statue, die 1986 von einem Bauern auf dessen Feld gefunden wurde. Da der Bauer der Meinung war, dass ein Stein, auf den er gestoßen war, wertvoll sein könnte, übergab er ihn den zuständigen Beamten für das Archäologie-Museum von Şanlıurfa.

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