Katar: Große Schäden an Flüssiggasanlage nach Irans Vergeltungsschlag
Nach einem israelischen Angriff auf seine Gasindustrie hatte der Iran Vergeltungsschläge angekündigt. Sie richten sich gegen für die USA wichtige Gasfelder und Raffinerien in der Golfregion.
Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Gegenschlag mit Raketen nach Angaben aus dem Golfstaat schwer beschädigt worden. Am frühen Morgen wurden im Industriegebiet Ras Laffan mehrere Flüssiggasanlagen getroffen, was zu „bedeutenden Bränden und weiteren schweren Schäden“ führte, wie der Betreiber Qatar Energy am Donnerstag auf der Plattform X mitteilte.
Das Innenministerium erklärte wenig später, die Brände seien unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keine Verletzten. Eine Sprengstoffeinheit der Sicherheitskräfte sei vor Ort, um sich um mögliches Gefahrengut zu kümmern. Dem Verteidigungsministerium zufolge setzte der Iran bei dem Vorfall ballistische Raketen ein.
Das Industriegebiet war bereits am Mittwochabend von iranischen Raketen getroffen worden. Der Betreiber sprach daraufhin auf der Plattform X bereits von Bränden und großen Schäden.
Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas, das vor allem in Ras Laffan verschifft wird. Katars Produktion und der Transport über die Straße von Hormus sind wegen des seit gut zweieinhalb Wochen andauernden US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran allerdings derzeit weitestgehend unterbrochen.
US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran
Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.
Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.444 Menschen im Iran. Mehr als 18.550 Menschen wurden demnach verletzt.
Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 109 Tote und Tausende Verletzte.