Ifo-Umfrage: Iran-Krieg belastet 90 Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland

Eine aktuelle Ifo-Umfrage zeigt, dass der Angriffskrieg gegen den Iran die deutsche Industrie stark belastet. Nahezu alle Unternehmen beklagen höhere Energiekosten, Lieferprobleme und eine zunehmende Unsicherheit.

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Foto: Benoit Tessier/REUTERS (Archiv)

Neun von zehn Industrieunternehmen in Deutschland sehen ihre Geschäfte durch den US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran beeinträchtigt. Nur neun Prozent fühlen sich derzeit nicht betroffen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Münchner Ifo-Instituts ergab. „Der Konflikt trifft die Industrie unmittelbar, sorgt aber vor allem für große Unsicherheit“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Viele Firmen stellen sich auf zusätzliche Belastungen in den kommenden Monaten ein.“

Zur Begründung nennen mit 78 Prozent die meisten Industrieunternehmen gestiegene Energiepreise. 36 Prozent betonen jeweils Einschränkungen bei Schifffahrtswegen und Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen. Eine Beeinträchtigung des Luftfrachtverkehrs befürchten 16 Prozent der Betriebe. Rund ein Viertel geht von einer abnehmenden Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten aus.

Darüber hinaus weisen viele Unternehmen auf finanzielle Risiken hin, etwa durch unsichere Fracht- und Logistikkosten, steigende Versicherungsprämien oder erhöhte Zahlungsrisiken. „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs bereits jetzt abzeichnen und sich über verschiedene Kanäle noch verstärken könnten“, sagte Wohlrabe. „Je länger die Unsicherheit anhält, desto größer werden die wirtschaftlichen Probleme für die Unternehmen.“

Der vor mehr als vier Wochen von den Aggressoren USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran hat bereits auf die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft durchgeschlagen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März zum Vormonat um 2,0 auf 86,4 Punkte. Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2025. Die Firmen blickten ähnlich skeptisch wie zuletzt auf ihre aktuelle Lage, bewerteten ihre Aussichten aber spürbar schlechter. „Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.937 Menschen im Iran. Mehr als 24.800 Menschen wurden demnach verletzt. 

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 167 Tote und Hunderte Verletzte.