DRK-Präsident zu Gaza: „Es fehlt weiterhin an allem“
Es mangelt an Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten: Die Menschen im Gazastreifen leiden wegen Israels Teilblockade. Laut dem Deutschen Roten Kreuz hat sich die Lage im Winter verschärft.
Die durch den israelischen Vernichtungskriegs verursachte katastrophale Lage der Menschen im Gazastreifen hat sich nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Winter nochmals verschlimmert. „Die Wintermonate gepaart mit der schlechten Versorgungslage sind gerade für Kinder, Verletzte und ältere Menschen verheerend“, sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der „Rheinischen Post“.
Gröhe sprach von einer dramatischen Unterversorgung. „Es fehlt weiterhin an allem, ausreichend Lebensmitteln, medizinischen Gütern und Arzneimitteln, Strom und Wasser“, so der frühere Bundesgesundheitsminister. Zwar habe sich die Versorgung mit humanitären Gütern, zu denen die von Gröhe aufgezählten gehören, seit der Waffenruhe insgesamt verbessert. „Allerdings kommen weiterhin nicht ausreichend humanitäre Güter in den Gazastreifen – die benötigten 600 Lkw pro Tag werden bei Weitem nicht erreicht.“
Der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zufolge ist die mangelnde medizinische Versorgung im Gazastreifen ein großes Problem. „Es sterben viele Palästinenser an eigentlich behandelbaren Krankheiten“, sagte Christian Katzer, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen, der „Rheinischen Post“. Eine Aufnahme von Patienten in deutschen Kliniken scheitere an den Einreiseregelungen.
Im Zuge des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans war am 10. Oktober eine Waffenruhe zwischen Israel und der palästinensischen Organisation Hamas in Kraft getreten. Einige Hilfslieferungen in den Gazastreifen liefen daraufhin wieder an.
Es kommt aber immer wieder zu Einschränkungen der Hilfslieferungen durch Israel. Laut der Medienbehörde in Gaza tötete Israel seit Beginn der Waffenruhe mindestens 424 Palästinenser. Demnach wurden binnen Monaten mehr als 1189 weitere Menschen verletzt.