Barcelona: Aktivisten entrollen riesiges Bild von Hind Rajab
Zwei Jahre nach der Tötung der fünfjährigen Hind Rajab erinnern Aktivisten in Barcelona an das Schicksal des palästinensischen Mädchens. Ihr Fall steht bis heute für die israelische Gewalt gegen Kinder in Gaza.
Am zweiten Jahrestag der Ermordung von Hind Rajab im Gazastreifen haben Aktivisten ein großes Bild des palästinensischen Mädchens am Strand von Barcelona entrollt. Das damals fünfjährige Mädchen war am 29. Januar 2024 von der israelischen Armee getötet worden. Tonaufnahmen von einem Telefonat der bereits verletzten Hind mit Freiwilligen des Palästinensischen Roten Halbmonds, in denen sie immer wieder um Hilfe flehte, sorgten weltweit für Erschütterung.
Nachdem sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gebiet zurückgezogen hatten, stellten Rettungsteams am 10. Februar 2024 fest, dass sowohl das Mädchen als auch die zu ihrer Rettung entsandten Sanitäter getötet worden waren. Berichten zufolge wurde das Fahrzeug, in dem sich Hind befand, von 355 Kugeln getroffen. Der Fall, einschließlich der Audioaufnahmen, wurde später in dem Film „Die Stimme von Hind Rajab“ aufgearbeitet.
An der Aktion in Barcelona der Kampangengruppe Avaaz unter dem Motto „Befreit die Kinder Gazas“ beteiligten sich mehrere Hundert Menschen, darunter auch die Mutter des kleinen Mädchens, Wissam Hamada. „Ich bin hier, um die Stimme von Hind Rajab weiterzutragen – und die Stimme der Kinder Gazas, die nicht schreien können, die nicht gehört werden“, sagte sie nach Angaben von Avaaz. Die Kinder Gazas würden nicht um Mitleid bitten, sondern ihr Recht auf Leben einfordern.
Im Gazastreifen wurden nach Angaben palästinensischer Behörden seit Beginn des israelischen Vernichtungskriegs im Oktober 2023 mehr als 70.000 Palästinenser getötet, darunter auch Tausende Kinder und Jugendliche.
In Spanien ist die Empörung über den Genozid und die Blockade der israelischen Armee im Gazastreifen sehr groß. Im vergangenen August startete dort eine von Friedensaktivisten privat organisierte Flotille mit Hilfsgütern Richtung Gaza, die von der israelischen Armee kurz vor dem Ziel geentert wurde.