Bericht: Syrische Armee übernimmt Kontrolle über ath-Thaura in Provinz Raqqa
Während Syriens Armee einen wichtigen Bezirk in der Provinz Raqqa einnimmt, erhebt die Regierung in Damaskus schwere Vorwürfe gegen die YPG-Terrormiliz. Es geht um mutmaßliche Hinrichtungen kurz vor dem Rückzug.
Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben die volle Kontrolle über den strategisch wichtigen Bezirk ath-Thaura in der Provinz Raqqa übernommen. Regierungstruppen hätten den Bezirk von der YPG-Terrormiliz befreit, teilte die staatliche Nachrichtenagentur SANA am Sonntag mit Verweis auf Aussagen des operativen Oberkommandos mit. Demnach befindet sich nun auch der Euphrat-Staudamm unter syrischer Kontrolle.
Nach Angaben des syrischen Verteidigungsministeriums nahmen 483 YPG-Mitglieder Kontakt zu den Behörden auf, um überzulaufen. 181 von ihnen hätten sich den Sicherheitskräften übergeben.
Kurz vor dem Rückzug sollen Mitglieder der SDF/YPG-Terrormiliz Gefangene und Inhaftierte hingerichtet haben, wie die syrische Regierung laut SANA mitteilte. Demnach sprach die Regierung in ihrer Erklärung von einem schweren Verstoß gegen die Genfer Konventionen und das humanitäre Völkerrecht. Dieses Vorgehen verdeutliche deren Praxis, Zivilisten und Gefangene als Geiseln zu missbrauchen.
Trotz früherer Zusagen, sich aus Gebieten westlich des Euphrats zurückzuziehen, halte die YPG ihre Präsenz entlang des Flusses weiterhin aufrecht, heißt es in der Regierungserklärung. In diesen Regionen dauerten die Gefechte zwischen Regierungstruppen und der Miliz an.