Kriminelle am Werk? Mehr als 47.000 Waffen gelten als verschwunden

Aus Privatbesitz verschwinden viele Waffen: Die Zahl gestohlener oder verlorener Exemplare hat sich in wenigen Jahren fast verdoppelt. Was die Polizei jetzt fordert.

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Foto: Silas Stein/dpa

Die Zahl der in Deutschland als verschwunden gemeldeten Waffen aus Privatbesitz hat sich innerhalb von acht Jahren fast verdoppelt. Im Nationalen Waffenregister waren Ende 2025 insgesamt 47.335 Waffen als gestohlen oder abhandengekommen registriert, wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage mitteilte.

Vier Fünftel dieser Waffen (38.277) wurden als verloren gemeldet, ein Fünftel (9.058) als gestohlen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Zum Vergleich: Anfang 2018 waren es noch 24.531 verschwunden Waffen in dem Register, davon galten 19.282 als verloren und 5.249 als gestohlen.

Gewerkschaft: Mit mehr Experten gegen illegalen Handel vorgehen

Der Vizevorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Manuel Ostermann, nannte die Zahl der gestohlenen Waffen erschreckend. Hier seien „skrupellose Kriminelle“ am Werk. „Wer Schusswaffen stiehlt, scheut vor nichts zurück: Er bricht in Privathäuser ein, knackt Panzerschränke und stiehlt scharfe Waffen“, sagte Ostermann zu „Bild“. Die gestohlenen Waffen landeten dann „wahrscheinlich auf dem Schwarzmarkt“. Diesen illegalen Handel zu unterbinden, gehe nur mit mehr Geld, mehr Befugnissen und mehr Spezialisten bei der Polizei.

Nach den jüngsten Daten waren Ende Dezember rund fünf Millionen Schusswaffen legal im Besitz von Jägern, Sportschützen und Sammlern. Hinzu kamen rund 526.000 registrierte Waffenteile.

Bericht: Schweizer Armee meldet Verlust von Waffen 

Auch in der Schweiz wurden im vergangenen Jahr Dutzende Waffen vermisst, wie die Zeitung „Blick“ am Mittwoch berichtete. 79 Armeewaffen und 45 Waffenbestandteile seien 2025 von der Armee als vermisst registriert worden. Als Ursache nannte die Armee laut dem Medienbericht unter anderem Diebstahl. Den Tätern drohten Strafen von bis zu drei Jahren Freiheitsentzug, heißt es im Medienbericht.