Zum 65. Jahrestag der Arbeitsmigration nach Deutschland hat der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG), Ali Mete, die Entwicklung der türkischstämmigen Gemeinschaft in Deutschland gewürdigt. Im Gespräch mit unserer Redaktion zog er eine Bilanz der vergangenen Jahrzehnte und betonte die Bedeutung der dritten und vierten Generation für die deutsche Gesellschaft.
„65 Jahre nach Beginn der Arbeitsmigration können wir mit Dankbarkeit und Stolz auf das Erreichte blicken”, erklärte Mete im Interview mit TRT Deutsch. Aus den sogenannten Gastarbeitern von damals sei eine feste Größe der Gesellschaft geworden. Heute seien Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens aktiv – in Wirtschaft und Medizin, in Bildung und Wissenschaft, in Politik, Kultur, Sport und Religion sowie im ehrenamtlichen Engagement. „Die dritte und vierte Generation ist hier geboren und aufgewachsen. Dieses Land ist ihre Heimat”, so der IGMG-Generalsekretär.
Bedauern über Ausgrenzung und Benachteiligung im Alltag
Trotz dieser Entwicklung äußerte Mete Bedauern darüber, dass Menschen mit Migrationsgeschichte weiterhin Ausgrenzung, Vorurteile und Benachteiligung erfahren. Dies betreffe die Arbeits- und Wohnungssuche ebenso wie den Alltag. „Es bedrückt uns zutiefst, dass auch heute noch viele das Gefühl haben, nicht als selbstverständlicher Teil dieser Gesellschaft anerkannt zu werden”, betonte er gegenüber TRT Deutsch.
„Politik, Medien und Zivilgesellschaft müssen entschlossen gegen Hass und Ausgrenzung vorgehen“
Der Jahrestag sollte nach den Worten Metes Anlass sein, die Lebensleistung der ersten Generation zu würdigen und gemeinsam entschlossen gegen jede Form von Hass und Ausgrenzung einzutreten. Politik, Medien und Zivilgesellschaft seien gleichermaßen gefordert, für ein respektvolles Miteinander, gleiche Teilhabe und Chancengleichheit zu sorgen. Die IGMG werde sich weiterhin für ein Zusammenleben einsetzen, das auf gegenseitigem Respekt und Gerechtigkeit beruht, erklärte der Generalsekretär abschließend.























