Griechischer Kommandeur festgenommen – Verdacht auf Spionage
Ein Offizier der griechischen Streitkräfte mit Zugang zu Nato-Informationen soll geheime Daten gesammelt und weitergegeben haben. Die Ermittlungen laufen seit Monaten.
Wegen mutmaßlicher Spionage ist ein Offizier der griechischen Streitkräfte festgenommen worden. Wie der griechische Generalstab am Donnerstag mitteilte, lägen eindeutige Hinweise auf strafbare Handlungen nach dem Militärstrafgesetzbuch vor. Demnach soll der Beschuldigte geheime Informationen von militärischer Bedeutung gesammelt und an Dritte weitergegeben haben. Dadurch könnten nationale Interessen gefährdet worden sein, heißt es vom Generalstab.
Zugang zu Nato-Informationen
Nach Angaben aus Militärkreisen handelt es sich um einen Kommandeur einer Einheit mit Zugang zu sensiblen Nato-Informationen aus dem Bereich der Luftwaffe. Nach unbestätigten Berichten griechischer Medien soll der 40 bis 50 Jahre alte Offizier die Daten an eine Großmacht übermittelt haben, die als wichtigster strategischer Rivale der USA gilt. Demnach könnte es sich dabei um die Volksrepublik China handeln.
Ermittlungen seit Monaten
In die Ermittlungen sei auch der griechische Nachrichtendienst EYP eingebunden, berichtete der griechische Rundfunk unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach hatten sowohl das Verteidigungsministerium als auch der Geheimdienst bereits vor Monaten erste Hinweise auf die mutmaßlichen Taten des Offiziers erhalten. Die Festnahme sei beschleunigt worden, nachdem Umfang und Sensibilität der übermittelten Informationen zuletzt zugenommen hätten.
Versuch der Anwerbung weiterer Personen
Zudem soll der Beschuldigte Medienberichten zufolge versucht haben, weitere Personen für die Weitergabe vertraulicher Informationen zu gewinnen. Bei Durchsuchungen hätten die Ermittler technische Geräte und spezielle Software sichergestellt, die zur Übermittlung der Daten genutzt worden sein sollen. Weitere Festnahmen schließen die Behörden demnach nicht aus.