Iran-Krieg: Öl-Preis steigt auf höchsten Stand seit fast zwei Jahren
Die US-israelischen Angriffe im Nahen Osten kosten Menschenleben. Gleichzeitig treiben sie die Energiepreise nach oben. Auch Störungen der Ölproduktion im Nordirak und die faktische Blockade der Straße von Hormus belasten den Markt.
Der Ölpreis ist vor dem Hintergrund der blutigen US-israelischen Angriffe im Nahen Osten weiter gestiegen. Am Freitagnachmittag kostete ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zeitweise 90,25 Dollar – ein Anstieg um mehr als fünf Prozent seit Handelsbeginn und der höchste Stand seit April 2024. Die US-Sorte WTI legte um gut 8,1 Prozent auf rund 87,56 Dollar zu.
Zuvor hatten die Behörden im Nordirak einen Angriff auf ein von der US-Firma HKN Energy betriebenes Ölfeld gemeldet. Die Produktion sei daraufhin eingestellt worden, hieß es. Zudem ist die Straße von Hormus weiterhin de facto gesperrt, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports verläuft. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird vom iranischen Militär kontrolliert.
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind in der Lage, die Meerenge teilweise zu umgehen. Aber „selbst mit diesen Umgehungsmöglichkeiten sind etwa 8,7 Millionen Barrel pro Tag blockiert“, erklärte Homayoun Falakshahi, Analyst bei Kpler. „Jeder Tag, der ohne Wiederaufnahme der Lieferungen verstreicht, veranlasst den Ölmarkt dazu, das verlorene Angebotsvolumen nach oben zu korrigieren“, erklärten Analysten der ING-Bank.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden neben mehreren ranghohen Vertretern – darunter das geistige Oberhaupt des Iran und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei – Hunderte Zivilisten ermordet. Getroffen wurde auch eine Mädchenschule. Offiziellen Zahlen zufolge sollen dabei mehr als 160 Kinder ums Leben gekommen sein. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus.