Unicef: Seit Waffenruhe mehr als 100 Kinder in Gaza getötet

Trotz der geltenden Waffenruhe werden in Gaza weiterhin Kinder durch israelische Angriffe getötet. Unicef berichtet zudem von zahlreichen verletzten Jungen und Mädchen.

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Gaza, 13.01.2026 / Foto: Saeed M. M. T. Jaras/AA

Seit Beginn der offiziellen Waffenruhe Anfang Oktober sind im Gazastreifen laut dem Hilfswerk Unicef mehr als 100 Kinder durch israelische Angriffe getötet worden. „Eine Waffenruhe, die das Bombardement bremst, ist ein Fortschritt – doch solange Kinder sterben, ist sie nicht ausreichend“, sagte Unicef-Sprecher James Elder am Dienstag in Genf. 

Unicef habe Berichte über mindestens 60 getötete Jungen und 40 getötete Mädchen in dem Zeitraum registriert. Die Zahl von 100 umfasse lediglich Fälle, zu denen ausreichende Informationen vorlägen. Die tatsächliche Zahl der Opfer liege vermutlich höher. Hunderte weitere Kinder seien seit Beginn der Waffenruhe verletzt worden, viele bei israelischen Luftangriffen.

Im Gazastreifen seien weiterhin strenge Beschränkungen für die Lieferung zahlreicher lebenswichtiger Güter in Kraft, fügte Elder hinzu. Das betreffe etwa Kochgas, Treibstoff und Ersatzteile für Wasser- und Abwassersysteme. Im Gesundheitsbereich habe die Waffenruhe indes Fortschritte gebracht. Unicef und seine Partner hätten die medizinische Grundversorgung, einschließlich Impfungen, besonders im bislang stark unterversorgten Norden ausgeweitet.

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder gebrochen wird. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza tötete Israel während der Waffenruhe mindestens 449 Palästinenser. Demnach wurden mindestens 1.240 weitere Menschen verletzt. 

Seit Oktober 2023 wurden nach palästinensischen Angaben bei israelischen Angriffen mehr als 71.430 Menschen dort getötet und mindestens 171.320 weitere verletzt.