Außenminister von Türkiye, Saudi-Arabien und Ägypten in Pakistan erwartet

Pakistan hat die Außenminister mehrerer Nahost-Länder zu Beratungsgesprächen über den US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran eingeladen. Wird Islamabad als Vermittler eine Rolle spielen?

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Archivibild: Der stellvertretende pakistanische Premierminister und Außenminister Mohammad Ishaq Dar. / Foto: Shamil Zhumatov/Pool Reuters/dpa / DPA

Die Außenminister von Pakistan, Saudi-Arabien, Türkiye und Ägypten wollen nach Angaben der pakistanischen Regierung in den kommenden Tagen über einen Ausweg aus dem US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran beraten. Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar schrieb am Samstag im Onlinedienst X, er freue sich, seine „Brüder im Amt des Außenministers“ in seinem Land willkommen zu heißen.

Sein Ministerium erklärte, die Außenminister würden sich am Sonntag und Montag in der Hauptstadt Islamabad aufhalten. Auch ein Treffen mit Premierminister Shehbaz Sharif sei geplant. 

Islamabad verfügt über gute Beziehungen zu Teheran und den Golfstaaten sowie zu den USA.

Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran. Islamabad verfügt über gute Beziehungen zu Teheran, den Golfstaaten sowie zu den USA. Die pakistanische Regierung hat sich seit der Ausweitung des Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Krieges angeboten. Außenminister Dar hatte am Donnerstag bestätigt, dass Pakistan Botschaften zwischen den USA und dem Iran austauscht. 

Sharif erklärte am Samstag, in einem mehr als einstündigen Telefongespräch mit Irans Präsident Massud Peseschkian habe er „Pakistans starke Verurteilung der anhaltenden Angriffe Israels auf den Iran“ bekräftigt und die Solidarität seines Landes mit dem iranischen Volk ausgedrückt. Er habe Peseschkian auch über Pakistans diplomatische Bemühungen informiert, in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten, befreundeten Golfstaaten und weiteren islamischen Ländern, einen Dialog und Deeskalation in der Region zu erleichtern.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte am Freitag erklärt, er erwarte „sehr bald“ ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans. Nähere Angaben machte der Minister nicht.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.937 Menschen im Iran. Mehr als 24.800 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 153 Tote und Tausende Verletzte.