Trump: Iran hat um Waffenruhe gebeten – Iran widerspricht

Trump stellt ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht und spricht von möglichen Verhandlungen. Gleichzeitig dauern die Angriffe und Gegenschläge an. Die Lage bleibt angespannt.

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Trump: Iran hat um Waffenruhe gebeten – Iran widerspricht / Foto: Reuters / Reuters

Rund einen Monat nach dem Beginn des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran hat Präsident Donald Trump ein baldiges Ende in Aussicht gestellt. Trump sagte im Weißen Haus vor Journalisten, die USA würden „sehr bald“ den Iran verlassen, am Mittwochmorgen schrieb er in den sozialen Netzwerken, es gebe ein Angebot einer Waffenruhe durch Teheran. Für Mittwochabend kündigte das Weiße Haus eine Ansprache Trumps zum Iran an. Unterdessen wurden die iranische Hauptstadt Teheran und das Zentrum Israels erneut unter Beschuss genommen.

Trump äußerte sich zunächst am Dienstagabend (Ortszeit) im Oval Office im Weißen Haus auf eine Journalistenfrage zu den seit Kriegsbeginn in die Höhe geschossenen Benzinpreisen. „Ich muss nur den Iran verlassen, und das werden wir sehr bald tun, und dann werden sie zusammenbrechen“, sagte der US-Präsident. Die US-Armee werde ihren „Job“ innerhalb von „vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tagen länger“ beenden, fügte Trump an.

Es sei zwar „möglich, dass wir vorher eine Einigung erzielen“, sagte Trump. Die USA würden jedoch erst dann „abziehen“, wenn die Regierung das Gefühl habe, dass die Iraner „wieder in die Steinzeit zurückversetzt sind und nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln“.

Iran widerspricht Trumps Darstellung

Am Mittwochmorgen erklärte Trump dann in seinem Onlinedienst Truth Social, der Iran habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. Die Anfrage sei vom neuen Präsidenten des Iran gekommen, der „viel weniger radikalisiert und deutlich intelligenter als seine Vorgänger“ sei. Es blieb unklar, wen Trump mit „neuen Präsidenten“ meinte.

Die USA würden eine Waffenruhe jedoch erst in Betracht ziehen, wenn die Straße von Hormus „offen, frei und sicher“ sei, fügte er mit Blick auf die seit Wochen vom Iran weitgehend blockierte Meerenge an. Bis dahin würden die USA den Iran „zurück in die Steinzeit“ bomben.

Der Iran wies die Äußerungen von Trump zurück, das Land habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. Die Äußerung sei falsch und unbegründet, berichtet das staatliche iranische Fernsehen unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums. Die iranischen Revolutionsgarden entgegneten kurz nach Trumps Erklärung, die Straße vom Hormus stehe „fest und umfassend“ unter ihrer Kontrolle und werde „nicht für die Feinde dieser Nation geöffnet“.

Bereits zuvor hatte Trump mehrfach von diplomatischen Kontakten mit dem Iran gesprochen, Teheran hatte jedoch jedes Mal Gespräche mit der US-Regierung bestritten. 

US-Medien hatten zuletzt über einen möglichen Einsatz von Bodentruppen im Iran berichtet. Dem „Wall Street Journal“ zufolge erwägt Trump, die Uran-Vorräte des Iran zu bergen, um das Land am Bau von Atomwaffen zu hindern. Der US-Präsident selbst sprach von einer möglichen Einnahme der iranischen Ölinsel Charg.

Trump plant Ansprache an die Nation

Das Weiße Haus kündigte für Mittwochabend (03.00 Uhr MESZ am Donnerstag) eine Ansprache Trumps an die Nation an. Darin werde der US-Präsident „wichtige neue Informationen zum Iran liefern“, erklärte Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt im Onlinedienst X.

Die neuesten Aussagen Trumps beflügelten am Mittwoch die Finanzmärkte in Europa. Kurz vor 13.30 Uhr, wenn Investoren in den USA üblicherweise ihre Arbeit aufnehmen, lagen der Deutsche Aktienindex (Dax) und die Börsenindizes in London, Mailand und Paris jeweils über zwei Prozent im Plus. Der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent sank um fünf Prozent auf 98,77 Dollar pro Barrel.

US-israelische Angriffe dauern an - Iran reagiert mit Gegenschlägen

Unterdessen waren in der iranischen Hauptstadt Teheran erneut Explosionen zu hören. Bei weiteren Angriffen der USA und Israels im Zentrum und im Südwesten des Landes wurden iranischen Medienberichten zufolge Stahlwerke getroffen und Produktionsanlagen beschädigt. Die staatliche Nachrichtenagentur Fars schrieb von „bedeutenden Schäden“ in einem Stahlkomplex in der zentraliranischen Provinz Isfahan. Das israelische Militär gab mehrere Angriffe bekannt.

Bei iranischen Gegenschlägen auf Israel wurden laut dem israelischen Rettungsdienst mehr als 14 Menschen verletzt. Insgesamt meldete die israelische Armee vier Angriffe auf das Land, drei davon seien aus dem Iran gekommen, eine weitere aus dem Jemen. Die vom Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz erklärte, sie habe „wichtige feindliche Ziele“ in Israel beschossen.

US-israelischer Angriffskrieg gegen Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.937 Menschen im Iran. Mehr als 24.800 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 167 Tote und Hunderte Verletzte.