​​Palästinensische Außenministerin: Gewalt in Gaza trotz Waffenruhe hält an

Trotz einer vereinbarten Waffenruhe bleibt die Lage im Gazastreifen angespannt. Palästinensische Vertreter werfen Israel anhaltende Angriffe vor. Die humanitäre Situation spitzt sich weiter zu. Internationale Hilfe kommt nur begrenzt an.

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​​Palästinensische Außenministerin: Gewalt in Gaza trotz Waffenruhe hält an / Foto: AA / AA

Die palästinensische Außenministerin Varsen Aghabekian hat Israel vorgeworfen, die Gewalt im Gazastreifen trotz Waffenruhe fortzusetzen. Die humanitäre Lage verschärfe sich weiter, sagte sie am Freitag bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Antalya Diplomatie-Forums.

Fünf Monate nach dem Abkommen von Scharm el-Scheich sei die Situation weiterhin „katastrophal“. „Was wir heute sehen, ist nichts als eine Katastrophe: Die Tötungen gehen weiter, Verletzungen nehmen zu, und humanitäre Hilfe erreicht die Menschen nicht in dem notwendigen Ausmaß“, erklärte Aghabekian.

Zugleich schilderte sie die schwierigen Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung. Viele Vertriebene lebten unter prekären Umständen in Zelten, die durch Regen überflutet würden. Berichten internationaler Organisationen zufolge seien die Menschen zudem von Trümmern und Abfällen umgeben, während Lebensmittel teilweise verunreinigt seien.

Die Ministerin stellte die schleppende internationale Hilfe infrage und forderte ein schnelleres Eingreifen. Unklar sei, wann dringend benötigte Unterstützung Gaza erreiche und wann grundlegende Versorgung wie Gesundheitsdienste, Bildung und Wasser wieder gewährleistet werden könne. Die Eskalation im Gazastreifen sei die Folge anhaltender israelischer Angriffe und struktureller Defizite, die sich über Jahre aufgebaut hätten, betonte Aghabekian.

Das im Jahr 2021 etablierte Antalya Diplomatie-Forum gilt als wichtige Plattform für Dialog, Kooperation und hochrangigen diplomatischen Austausch. Es wird jährlich vom türkischen Außenministerium organisiert.

Israel tötete mehr als 730 Palästinenser trotz Waffenruhe

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der palästinensischen Organisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der offiziellen Waffenruhe mindestens 733 Palästinenser getötet. Dem Ministerium zufolge tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 72.340 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.240 weitere.