Krise in London: Nächster Rücktritt in der Downing Street
Die Epstein-Kontakte eines Ex-Botschafters erschüttern die britische Regierung weiter. Nun zieht sich ein weiterer enger Mitarbeiter des Premierministers zurück.
Im Skandal um die Epstein-Kontakte des früheren britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson, muss der britische Premier den nächsten Rückschlag hinnehmen. Der Kommunikationschef der Downing Street, Tim Allan, kündigte am Montag an, von seinem Posten abzutreten. Damit tritt innerhalb von nur 24 Stunden bereits der zweite Mitarbeiter aus dem engen Kreis von Keir Starmer zurück.
„Ich habe beschlossen, zurückzutreten, um den Aufbau eines neuen Teams in der Downing Street Nr. 10 zu ermöglichen“, sagte Allan mehreren Medienberichten zufolge in einer Stellungnahme.
Erst am Sonntag hatte Starmers Stabschef Morgan McSweeney seinen Rücktritt erklärt. In einer Stellungnahme, die mehrere Medien veröffentlichten, übernahm er „die volle Verantwortung“ dafür, dem Regierungschef zur Ernennung Mandelsons geraten zu haben. „Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch.“
Krise für Starmer spitzt sich zu
Die jüngsten Veröffentlichungen im Fall Jeffrey Epstein belegen enge Kontakte zwischen Mandelson und dem Sexualstraftäter. In seiner früheren Rolle als Wirtschaftsminister soll der Brite während der Finanzkrise sensible Informationen an den US-Geschäftsmann weitergegeben haben. Erst vor einem Jahr hatte Starmer Mandelson zum Botschafter in den USA ernannt, weshalb der Fall auch den Premierminister in große Bedrängnis gebracht hat.
Die Rufe nach einem Rücktritt Starmers auch aus den eigenen Reihen hat der Rückzug McSweeneys nicht verstummen lassen. Im Laufe des Tages will Starmer vor Abgeordneten der eigenen Fraktion sprechen.
Missbrauch über Jahre
Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Unter seinen Klienten sollen viele einflussreiche Menschen gewesen sein.
Vor fast 20 Jahren landete der Fall vor Gericht. Epstein bekannte sich zu bestimmten Vorwürfen schuldig. Jahre später wurde der Fall nochmals aufgerollt und der Multimillionär erneut festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.