Bundeswehrverband: Fokus auf Iran schwächt Abwehr gegen Russland

Der Bundeswehrverband verlangt mehr Tempo bei der Aufrüstung und sieht eine steigende Bedrohung durch Russland. Europa sei nicht stark genug, um Kremlchef Putin von weiteren Angriffen abzuhalten.

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Foto: Liesa Johannssen/REUTERS

Der Deutsche Bundeswehrverband warnt davor, dass die Konzentration auf den US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran die Verteidigung gegen Russland schwäche. „Bei allen Interessen, die auch wir in dieser Region haben, geht die größte Bedrohung für unser Leben in Frieden und Freiheit nach wie vor von Russland aus“, sagte der Verbandsvorsitzende André Wüstner der „Rheinischen Post“. Die Gefahr bestehe bereits jetzt und werde täglich größer, sagte er. „Durch das Verhalten Trumps und durch Europas militärische Schwäche ist eine Situation entstanden, in der wir Russland nicht mehr ausreichend abschrecken können“, warnte Wüstner dem Vorabbericht zufolge. Europa sei nicht stark genug, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin von weiteren Angriffen abzuhalten.

Für Russlands Präsidenten öffne sich zunehmend ein günstiges Zeitfenster. Er könne seine Angriffe auf die Ukraine verstärken und möglicherweise sogar Grenzverletzungen an der NATO-Ostflanke riskieren. Wüstner forderte eine deutlich schnellere Aufrüstung der Bundeswehr und sprach sich dafür aus, ukrainische Soldaten am Marschflugkörper Taurus auszubilden. Die Rüstungsindustrie müsse zudem ihre Produktion erheblich steigern und sich auf eine mögliche Kriegswirtschaft vorbereiten.

Die Ukraine und Russland befinden sich seit Februar 2022 im Krieg.