Bundesbank vertraut auf Fed als Lagerstätte für deutsches Gold
Trotz jüngster politischer Forderungen sieht die Bundesbank ihre Goldreserven in den USA als gut aufgehoben an. Doch mit der Politik von US-Präsident Trump wachsen die Sorgen.
Die Deutsche Bundesbank sieht ihr Gold in den Tresoren der US-Notenbank in New York in guten Händen. Die Auswahl der Lagerstätten habe sich nach Sicherheit und Handelbarkeit ausgerichtet, betonte Karsten Stroborn, Leiter Zentralbereich Märkte, am Montag auf einer Edelmetall-Konferenz in Frankfurt. Der regionale Ableger der Federal Reserve in New York bleibe eine wichtige Lagerstätte für das Gold der Bundesbank. „Wir haben keine Zweifel daran, dass die Fed in New York einen vertrauenswürdigen und verlässlichen Partner darstellt bei der Aufbewahrung unserer Goldbestände.“
Der von US-Präsident Trump losgetretene Konflikt um die Zukunft Grönlands hatte zu Jahresbeginn eine Debatte über den Umgang mit den deutschen Goldvorräten in den Vereinigten Staaten losgetreten. Die Bundesbank verfügt mit 3350 Tonnen über den zweitgrößten Goldschatz der Welt nach den USA. Er hatte Ende vorigen Jahres einen in der Bilanz ausgewiesenen Gegenwert von knapp 400 Milliarden Euro. Insgesamt 51 Prozent der Bestände (1710 Tonnen) lagern in Frankfurt. Weitere 37 Prozent (1236 Tonnen) befinden sich in Tresoren der Fed in New York, einer der größten Lagerstätten der Welt. Und zwölf Prozent (404 Tonnen) sind in London eingelagert. Auch Bundesbankchef Joachim Nagel schwärmt von den „hervorragenden Lagerbedingungen“ für Gold in New York.
Wegen der unberechenbaren Trump-Politik forderte zuletzt der Bund der Steuerzahler, die deutschen Goldreserven so bald wie möglich aus den USA nach Deutschland zu bringen. Auch Politiker von Grünen und FDP hatten Überlegungen dazu angestellt. Zudem stellte erst vergangene Woche die AfD-Fraktion einen Antrag im Bundestag mit dem Titel „Deutsches Staatsgold vollständig nach Deutschland holen“.
Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher Länder als Vorgängerin der Bundesbank erste Goldreserven auf. Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg ließ den deutschen Goldschatz rasant wachsen. Denn der florierende Export brachte der Bundesrepublik viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht wurden.