Iran-Krieg: Erdoğan warnt vor „erschreckendem“ Spannungsniveau im Nahen Osten
Der Iran-Krieg droht sich weiter auf die Region auszuweiten. Präsident Erdoğan warnt vor einer gefährlichen Eskalation.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat angesichts der Eskalation rund um den Iran vor einer dramatischen Verschärfung der Lage im Nahen Osten gewarnt. Die regionalen Spannungen hätten ein „erschreckendes Niveau“ erreicht, sagte Erdoğan am Donnerstag bei einer Veranstaltung in der Hauptstadt Ankara. Auslöser seien insbesondere die Luftangriffe auf den Iran, fügte Erdoğan hinzu. Zugleich verwies er auf iranische Raketen- und Drohnenangriffe gegen andere Länder der Region. Diese erhöhten die Sorge, dass sich der Konflikt auf weitere Staaten ausweiten könnte.
„Die gegen andere Länder der Region gerichteten Raketen und Kamikaze-Drohnen aus dem Iran schüren die Befürchtung, dass sich der Konflikt auf ein viel größeres Gebiet ausbreiten könnte“, sagte Erdoğan.
Türkiye ergreife Maßnahmen, um die Sicherheit seiner Grenzen und seines Luftraums zu gewährleisten, betonte der türkische Präsident. Ankara zeige dabei „keine Nachlässigkeit und kein Zögern“, wenn es um den Schutz des eigenen Territoriums gehe.
Gleichzeitig setze Türkiye weiterhin auf diplomatische Initiativen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Ziel sei es, weiteres Blutvergießen in der Region zu vermeiden und zu verhindern, dass weitere unschuldige Menschen ihr Leben verlieren.
Erdoğan verwies zudem auf einen jüngsten Zwischenfall, bei dem eine aus dem Iran abgefeuerte Munition in Richtung des türkischen Luftraums von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden war. Ankara habe nach dem Vorfall die „notwendigen Warnungen“ ausgesprochen, um eine Wiederholung zu verhindern.
Sollte eine Bedrohung für die Sicherheit des Landes entstehen, werde Türkiye in enger Abstimmung mit seinen Verbündeten alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, sagte der Präsident.
Die Spannungen im Nahen Osten haben sich deutlich verschärft, seit die Vereinigten Staaten und Israel Ende Februar völkerrechtswidrige Luftangriffe auf militärische und strategische Ziele im Iran begonnen haben. Berichten zufolge wurden dabei mehr als 900 Menschen getötet, darunter auch Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei.
Teheran reagierte darauf mit Vergeltungsschlägen auf Ziele in Israel sowie auf Einrichtungen in Golfstaaten, in denen US-Militärstützpunkte stationiert sind. Beobachter warnen, dass der Konflikt die Stabilität der gesamten Region und wichtige globale Energierouten gefährden könnte.