Axel Springer übernimmt britischen „Telegraph“
Springer investiert umgerechnet 661 Millionen Euro in die britische „Telegraph“-Gruppe und setzt auf Wachstum in neuen Märkten. Was das für die traditionsreiche Zeitung bedeutet.
Der Medienkonzern Axel Springer übernimmt die traditionsreiche britische Zeitung „Telegraph“. Springer zahlt dem bisherigen Eigentümer RedBird IMI für die Telegraph Media Group eine Summe von 575 Millionen britischen Pfund (661 Mio. Euro) in bar, wie der Berliner Konzern mitteilte. Der „Telegraph“ ist eine der ältesten Zeitungen Großbritanniens.
Der Kauf eröffne aus Sicht beider Parteien große Chancen – er bewahre die Integrität einer traditionsreichen Medienmarke und schaffe zugleich eine Basis für Wachstum und Expansion in weitere Märkte, hieß es von Springer. Verkäufer ist der Investor RedBird IMI, eine Gruppe aus den USA und den Emiraten.
Expansion der „Telegraph“-Gruppe in den USA vorantreiben
Axel Springer will nach eigenem Bekunden die Expansion der „Telegraph“-Gruppe in den US-Markt vorantreiben und dabei auch seine Marken „Politico“ und „Business Insider“ nutzen.
„Wir wollen den Telegraph weiterentwickeln, dabei seinen unverwechselbaren Charakter und sein Erbe bewahren und dazu beitragen, ihn zum meistgelesenen und intellektuell inspirierenden, bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt zu machen“, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. „Vor mehr als 20 Jahren haben wir ohne Erfolg versucht, das Unternehmen zu erwerben. Nun wird unser Traum wahr.“
Im November erst hatte der Eigentümer des Boulevardblatts „Daily Mail“, der DMGT-Konzern, eine Vereinbarung mit RedBird IMI über den Kauf des „Telegraphs“ geschlossen. Demnach wollte DMGT die Zeitung für 500 Millionen Pfund (rund 577 Millionen Euro) kaufen. Die britische Regierung jedoch eröffnete eine Untersuchung des vereinbarten Kaufs und begründete dies mit Wettbewerbsbedenken.