Merz pocht auf besseren Schutz vor Anschlägen auf Stromnetze

Nach dem Berliner Anschlag drängt Bundeskanzler Merz auf mehr Resilienz bei der Stromversorgung. Der Ausfall habe Schwächen bei Redundanzen offenbart. Kritik am Tennisspiel Wegners während des Blackouts wies Merz als nebensächlich zurück.

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Seeon, Bayern, 08.01.2026/ Foto: Angelika Warmuth/REUTERS

Bundeskanzler Friedrich Merz macht sich nach dem Berliner Anschlag für einen stärkeren Schutz der Stromversorgung stark. Man werde sich in Zukunft mit der Frage beschäftigen müssen, wie man widerstandsfähig gegen solche Anschläge werde, sagte Merz am Donnerstag nach Abschluss der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im bayerischen Seeon. „Wir können unsere Infrastruktur nicht lückenlos schützen. Aber wir brauchen Redundanzen, die gab es in Berlin offensichtlich nicht im erforderlichen Umfang.“ Deshalb müsse man diskutieren, wie man sich künftig besser wappnen könne.

Sowohl Merz als auch CSU-Chef Söder nahmen Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gegen Kritik in Schutz. „Ich würde mal sagen, in den Abläufen ist nichts zu kritisieren. Wir hätten das wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es gemacht wurde“, sagte Merz. Die Hilfsorganisationen und die Polizei hätten eine exzellente Arbeit gemacht. Söder kritisierte, dass sich die Kritik an dem Regierenden Bürgermeister daran entzündet habe, dass Wegner verheimlicht habe, dass er während des Stromausfalls eine Stunde Tennis gespielt habe. „Da geht es hier um Linksterrorismus und nicht um eine Stunde Tennis spielen“, sagte Söder. „Der Linksterrorismus ist stärker zurück, als wir uns das vorstellen können und zwar mit fundamentalen Auswirkungen“, warnte er.

Wegen eines Brandanschlags auf eine Kabelbrücke zu einem Heizkraftwerk im Südwesten Berlins waren Zehntausende Haushalte seit Samstag tagelang ohne Strom und teilweise auch ohne Heizung. Zu dem Anschlag bekannte sich eine linksextreme Gruppe namens „Vulkangruppe“. Seit Mittwoch funktioniert die Stromversorgung wieder.

Wegner war wegen seines umstrittenen Tennismatches mit Bildungssenatorin und Lebensgefährtin Katharina Günther-Wünsch (CDU) während des Berliner Blackouts in Kritik geraten. Auch wurden Rücktrittsforderungen gegen ihn laut.