Bericht: Bundeswehr plant muslimische Militärseelsorge

Die Bundeswehr will wohl muslimische Seelsorger beschäftigen. Ein Pilotprojekt soll schon bald starten.

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Foto: Stefan Sauer/dpa

Ab Anfang 2026 will die Bundeswehr laut Medienberichten erstmals muslimische Seelsorger einsetzen. Sie sollen im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts über eine öffentliche Ausschreibung rekrutiert werden, wie der NDR berichtete. Das Verteidigungsministerium reagiere damit auf die zunehmende religiöse Vielfalt in der Truppe.

Die fehlende muslimische Seelsorge gilt als verfassungswidrige Ungleichbehandlung, die behoben werden muss. Die jüdische Militärseelsorge war bereits 2019 wieder eingeführt worden.

„Mit den 3.000 muslimischen Soldatinnen und Soldaten, die wir mittlerweile haben, ist es uns auch wichtig, diese Vielfalt anzuerkennen und dort ein eigenes sogenanntes seelsorgerisches Betreuungsangebot für muslimische Soldatinnen und Soldaten zu schaffen“, sagte Oberst Thorsten Weber vom Verteidigungsministerium dem NDR.

Das Pilotprojekt soll auf unbestimmte Zeit angelegt werden, so Weber laut NDR. Somit hätte die Militärseelsorge für Muslime keinen voll institutionalisierten Charakter, wie es bei der christlichen und jüdischen Militärseelsorge der Fall sei. Grund dafür sei das Fehlen einer einheitlichen Interessenvertretung muslimischer Gemeinden in Deutschland, ohne die ein Staatsvertrag nicht möglich sei.