Merz reist für zwei Tage nach Indien
China? Japan? Indien? Welche der drei größten Volkswirtschaften Asiens ein Kanzler zuerst besucht, wird von den anderen beiden genau registriert. Merz entscheidet sich anders als seine Vorgänger.
Bundeskanzler Friedrich Merz bricht am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch in Indien auf. Am Montag wird er von Ministerpräsident Narendra Modi in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat empfangen, der Heimatregion des Regierungschefs - eine besondere Geste der Wertschätzung.
Merz wird erstmals von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Neben den wirtschaftlichen Beziehungen wollen die beiden Länder vor allem die Rüstungskooperation ausbauen. Indien hat Interesse an deutschen U-Booten und dem Transportflugzeug Airbus A400M. Deutschland will mit Rüstungslieferungen auch die Abhängigkeit der indischen Streitkräfte von russischen Waffenlieferungen verringern.
Merz weitet seinen Blick auf neue Weltregionen
Der Kanzler hat in den ersten acht Monaten seiner Amtszeit vor allem die Bündnispartner in Europa und Nordamerika besucht. Jetzt will er sich verstärkt anderen Weltregionen widmen. Im November war er beim G20- und EU-Afrika-Gipfel in Südafrika und Angola und davor beim Weltklimagipfel in Brasilien.
Der Indien-Besuch ist nun seine erste größere Asien-Reise. Auf dem größten Kontinent der Welt war er bisher nur bei seinem Türkiye-Besuch im vergangenen Jahr: Die Hauptstadt Ankara liegt im asiatischen Teil des Landes.
Bemerkenswert ist, dass Merz Indien noch vor China und dem G7-Partnerland Japan besucht. Seine Vorgänger haben das bei ihren ersten Asien-Reisen anders gehandhabt. Olaf Scholz (SPD) war zuerst in Japan, Angela Merkel (CDU) zuerst in China und Gerhard Schröder machte eine Doppelreise: erst nach Japan und von dort nach China.